Das Anwesen in Homburg aus dem 12. Jahrhundert steht heute für eine junge, ambitionierte Vision. Winzer Cédric Locht hat es in kurzer Zeit in die nationale Spitze geschafft. Erst 2018 pflanzte er seine ersten Reben, seit 2022 produziert er kommerziell Wein und Sekt - mit Erfolg.
"Am Anfang schien es verrückt, in Belgien mit dem Weinanbau zu starten. Aber mit dem Klimawandel war schnell klar, dass die Möglichkeit besteht, guten belgischen Wein zu machen. Hier um kurz nach 10 Uhr morgens, hat es schon mehr als 30 Grad. Die Weinreben beklagen sich nicht darüber. Ihnen geht es gut."
Neben dem Klima spielen auch die Böden eine wichtige Rolle. Die Reben wachsen auf feuersteinreichen Flächen - ideale Bedingungen für den Weinbau. Entscheidend sei jedoch vor allem eines: Geduld. "Von der Anpflanzung bis zur Weinproduktion vergehen drei bis sechs Jahre. Man versucht einiges. Es gibt Jahre, mit zu viel Regen. Dann ist es schwer. Geduld ist also wichtig."
Aktuell produziert Locht etwas mehr als 3.000 Liter jährlich, bis 2030 sollen es bis zu 10.000 Liter werden. Acht Rebsorten wachsen auf seinen Flächen, darunter Chardonnay, Muscaris und Johanniter.

Besonderen Wert legt der Winzer auf nachhaltigen Anbau. "Ich fühle mich wohl und frei in meinen Weinbergen. Ich mache biologische Landwirtschaft. Ich habe ein Bio-Zertifikat. Um Vielfalt und Austausch zu fördern, wurden die verschiedenen Rebsorten nicht separat gepflanzt. Mein Weinberg ist natürlich resistent."
Der Erfolg bei Gault&Millau gibt zusätzlichen Rückenwind. Im Gärkeller entscheidet sich letztlich die Qualität - und die Handschrift des Winzers. "Ich war immer fasziniert von der Vielseitigkeit des Weins. Selbst wenn Winzer nah beieinander liegen oder dieselben Rebsorten haben, sorgt ihre Art zu arbeiten dafür, dass es verschiedene Resultate gibt. Es ist begeisternd, ein Produkt zu machen, das so keiner macht."
Manuel Zimmermann










