Saxophonklänge, Gesangspassagen, dazwischen Gelächter. Im Probenraum der Band Exchange findet gerade wieder alles zusammen. Die inklusive Band probt gerade für ihr Konzert "Imagine". Ein Konzert, bei dem Inklusion nicht erklärt, sondern hörbar wird.
Einer der Initiatoren ist der Saxophonist Wilfried "Jogi" Scheen. Als er in Rente ging, suchte er nach einer neuen Aufgabe. Bei einer Probe von "Exchange" wurde er fündig - und war sofort begeistert.
"Als ich das erste Mal hier auf der Probe war, habe ich einen Dopamin-Schub bekommen, wie ich es noch nie erlebt habe. Ich habe selten eine Probe erlebt, bei der geweint und gelacht wird, und das in ganz kurzen Abständen. Das ist immer ehrlich, da kommt die Seele aus dem Körper raus, wenn sie singen. Das ist wunderschön. Das sollte eigentlich bei jeder Musik so sein", schwärmt Wilfried Scheen.
Für das Konzert bringen Musiker unterschiedlicher Generationen und Kulturen ihre Stimmen zusammen. Mit dabei sind auch der Mädchenchor Chorifeen, die Rock-Combo der Musikakademie und das deutsch-persische Duo Ham Sayeh. Gemeinsam setzen sie ein Zeichen für Vielfalt, Begegnung und Frieden.
Für Musikpädagogin Céline Keutgen ist genau das die besondere Stärke von Exchange. "Ich persönlich finde, Musik hat so viele Facetten. Da geht es nicht nur darum, die richtigen Noten zu spielen, sondern auch die Emotionen zu transportieren, eine gewisse Stimmung rüberzubringen. Das macht die Band Exchange wirklich vorbildlich."
Bei Exchange musizieren Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammen. Und sie schreiben ihre Songs selbst. Ideen kommen aus dem Alltag der Bandmitglieder - manchmal ganz spontan.
"Ein wunderschöner Text ist 'Mausi'. Einer hatte sein Liebchen zu Hause und er musste immer mit dem Handy rausgehen. Da wurde gefragt, was machst Du? Er sagte, ich rufe meine Mausi an. Daraus ist ein Stück entstanden. Und so funktioniert das, baut Stein auf Stein auf, und jeder kann was dazutun. Im normalen Orchester hat man eine Dirigentin, einen Chef, der sagt immer, wo es langgeht. Hier ist es kunterbunt", erklärt Scheen.
Bei Exchange gibt niemand allein die Richtung vor. Jeder kann Vorschläge machen, Texte beisteuern oder Melodien entwickeln. Genau das schätzt auch Tina Thaeter. Sie spielt Bass in der Band und kümmert sich um organisatorische Abläufe der Proben.
"Wir haben gute Laune, wir haben Spaß, wir lachen, wir haben witzige Texte, die wir selber schreiben. Das macht die Band aus, die Freude, die wir rüberbringen. Und die Texte, die sind einfach einzigartig."
Zum Abschluss des Konzerts wollen alle Beteiligten gemeinsam John Lennons Song 'Imagine' singen. Ein Lied über eine Welt ohne Trennungen - und eine Idee, die die Band Exchange schon heute lebt.
Die Mitwirkenden:
Rock-Combo und Projektchor der Musikakademie, Mädchenchor "Chorifeen", Saad Thamir & Ensemble, Duo "Misk &Amber", Duo "Ham Sayeh" und die Band "Exchange".Das Konzert "Imagine" findet am 28. Juni um 16 Uhr in der Eastbelgica Eventlocation in der Bahnhofstraße in Eupen statt. Der Eintritt ist frei, die Veranstaltungsstätte ist barrierefrei zugänglich.
Gaby Zeimers








