2012 hat Christian Klinkenberg mit der App "Instrumentopedia" angefangen. "Das war in der Zeit, als ich in Brüssel am Konservatorium das Fach Instrumentenkunde hatte. Dann hab ich gedacht, die ganzen Unterrichtsvorbereitungen sind ja immer nur für ein paar Leute. Es wäre interessant, wenn das für viel mehr Leute zugänglich wäre", erklärt Klinkenberg. Mittlerweile gibt es die App in einer Version für Kinder und in einer Erwachsenen-Version, die Musiker beim Orchestrieren und Arrangieren unterstützt.
Programmieren war schon von klein auf ein Hobby von Christian Klinkenberg. Aus der ersten App wurden mit der Zeit weitere Projekte. Die neueste Anwendung heißt Sonachord. Dort geht es um Akkorde, Tonarten und Gehörtraining. Die Idee dahinter: Musiktheorie soll weniger abschreckend wirken und schneller zu ersten Erfolgserlebnissen führen.
"Die Firma Fender hatte mal recherchiert, dass neunzig Prozent der Leute, die mit Musik anfangen, nach einem Jahr nicht mehr weitermachen. Woran liegt das? Da ist eine große Diskrepanz zwischen der anfänglichen Begeisterung und der Schwierigkeit, die auf einen zukommt. Die Idee für diese App ist, so schnell wie möglich ans Ziel zu kommen, diese Diskrepanz zu überwinden. Ich sage nicht, dass man dadurch direkt Mozart oder etwas Ähnliches spielen kann, aber man kann Klavierakkorde spielen, Stücke begleiten und hat ein Erfolgserlebnis."

Den Musikunterricht ersetzen sollen die Apps nicht. Musiklehrer seien weiterhin wichtig, betont Klinkenberg. Die Anwendungen versteht er vielmehr als Ergänzung und vor allem als niedrigschwelligen Einstieg.
Anders als viele Lernvideos im Internet reagiert die App auf das, was Nutzer spielen. "Man kann es entweder nur auf dem Handy machen oder man kann sein Keyboard anschließen. Oder man aktiviert das Mikrofon, spielt auf seinem Klavier mit und bekommt dann auch direkt Feedback. Das ist auch ein großer Unterschied zu den Lernvideos auf Youtube: Da kann man am Bildschirm mitmachen, aber man bekommt kein Feedback."
Quizfragen helfen dabei, das Gelernte zu festigen: Wie heißt dieser Ton? Welche Töne gehören zu einem Akkord? Was ist eine Terze? Das funktioniert auch unterwegs, im Zug oder im Wartezimmer. Wer möchte, kann sich sogar im Mehrspieler-Modus mit anderen Nutzern messen oder gemeinsam lernen.
Ob am Klavier zu Hause oder unterwegs auf dem Smartphone: Die Verbindung von Instrument und App eröffnet neue Wege zum Lernen - entwickelt von jemandem, der beide Welten kennt. Christian Klinkenberg hat auch schon die nächste App ins Auge gefasst: bei "Sonascore" wird es ums Komponieren gehen.
Informationen zu den Apps von Christian Klinkenberg gibt es auf der Webseite Sonamont.
Gaby Zeimers