Auf der Terrasse unweit der Wasserfontäne herrscht bereits Betrieb. Die Aachener entdecken ihr Kurhaus in seiner neuen, alten Bestimmung. Denn - und das wird auch im Inneren deutlich: Mit der Wiedereröffnung geht eine Rückbesinnung einher.
In der Eingangshalle stechen sofort die Gemälde ins Auge. Die stammen aus der Ursprungszeit des 1916 eingeweihten Baus - kaum vorstellbar, dass sie jahrelang verdeckt waren. Erst im Zuge der Restaurierung kamen sie wieder zum Vorschein. Das gilt übrigens auch für den Bodenbelag im Eingangsbereich, der lange unter Teppichboden schlummerte. Die jahrelange Sanierung: Ein Auffrischen, aber auch ein Verknüpfen mit der Geschichte.
"Immer natürlich unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes, der unheimlich viel mit dazu beigetragen hat, dass vieles von dem, wie es auch früher war, jetzt auch wieder in altem Glanz erstrahlen kann", sagt Kristina Wulf von Aachen Event, dem städtischen Unternehmen, das das Kurhaus betreibt.
Den Charme des Kurhauses mache die Pracht aus, "mit der das Gebäude damals schon gebaut worden ist. Es war ein sehr repräsentatives Gebäude, es ist für das Kurwesen in Aachen gebaut worden. Und das ist jetzt wieder aufgegriffen worden."
Ab 2020 wurde zunächst eine Asbestsanierung durchgeführt und danach das Gebäude entkernt. Bis 2015 war das Kurhaus rund 40 Jahre lang ein Spielkasino - aus dieser Zeit übriggeblieben ist eine markante Lampe - ein Einzelstück, das eigens in den 1970er Jahren für das Kurhaus angefertigt wurde.
"Sie passt eigentlich nicht wirklich zu dem Stuck unter der Decke, wo sie jetzt hängt. Aber sie gehört genauso zu dem Haus dazu, weil diese Geschichte auch ein Teil des Hauses aus der Spielkasino-Zeit ist", so Wulf.
Der Große Saal ist das Herzstück
Herzstück des Kurhauses ist der Große Saal - hier finden genau 606 Personen Platz - etwa bei Konzerten, anderen Kulturveranstaltungen oder Feierlichkeiten. Großer Saal - so hieß er bereits während der ursprünglichen Bestimmung des Baus in der Kaiserzeit. "Es gab schon das Alte Kurhaus in Aachen zu der Zeit. Und Wilhelm II. hat sich überlegt: 'Ich möchte jetzt das Kurwesen in Aachen noch mal neu aufleben lassen.' Um das Kurhaus herum ist ja auch das Kurgebiet Bad Aachen. Dazu wurde dann 1916 auch noch das Hotel Quellenhof eröffnet", erklärt Wulf.
Und diese ursprüngliche Bestimmung ist auch seine künftige: "Es wird ein Ort der Begegnung. Wie es früher auch schon war, wird es das auch zukünftig sein. Wir freuen uns, dass die Menschen so viele Ideen einbringen, was sie hier machen wollen, und erfahren das selbst ja auch erst, was dann alles möglich wird."
Einer der baulichen Hingucker der Stadt Aachen besinnt sich auf seine Geschichte - und das mit Blick auf die Zukunft.
Moritz Korff












