Jeder kennt es: Der Schrank ist voll, doch wegen eines fehlenden Knopfes oder eines klemmenden Reißverschlusses landen Kleidungsstücke viel zu schnell im Müll oder im Altkleidercontainer. Seit der Einführung der Textilsortierpflicht stehen die Container in der Region unter Dauerdruck. Der XXL-Konsum hinterlässt sichtbare Spuren.
Idelux Environnement und das Netzwerk "Repair Together" halten nun aktiv dagegen. Im Atelier der "Patchwork VOG" in St. Vith fand die mobile Workshop-Reihe statt, bei der ganz bewusst auf Nähmaschinen verzichtet wird. Hier geht es um das Handwerk mit minimalem Aufwand.
"Der beste Abfall ist der, der erst gar nicht entsteht. Und deswegen bieten wir hier diesen Workshop an, um Textilien reparieren zu können und die Lebensdauer der eigenen Textilien zu verlängern", erklärt Idelux-Umweltberaterin Catherine Bettendorf das Konzept.
Mit dem "Erste-Hilfe-Set" gegen Fast Fashion
Um den Einstieg so einfach wie möglich zu machen, erhielten alle Teilnehmer ein kompaktes Nähset als Geschenk, das gleichzeitig als Übungsmaterial diente. Bestückt mit Basic-Werkzeugen wie einer Filznadel, einem Maßband und Spezialklebeband ist das Set auch perfekt für unterwegs geeignet.
Vorkenntnisse brauchte niemand. Unter der Anleitung von Kursleiterin Cathy Grandjenette lernten die Teilnehmer ganz ohne Druck die absoluten Grundlagen – angefangen beim simplen Annähen eines Knopfes.
Besonders häufig landen Kinderhosen mit durchgescheuerten Knien oder Outdoorjacken mit angerissenen Ärmeln auf den Tischen des Ateliers, sagt Kursleiterin Cathy Grandjenette von der ASBL Repair Together. Sie zeigte praxisnah, dass sich gerade solche vermeintlichen Totalschäden mit wenigen Handgriffen und etwas Geschick leicht flicken lassen. Ein Fazit des Abends: Nähen und Reparieren ist weitaus weniger kompliziert, als viele im Vorfeld denken.
Die Tour geht weiter
Wer den Termin in St. Vith verpasst hat, bekommt in den nächsten Monaten weitere Gelegenheiten, das Handwerk zu erlernen. Das mobile und kostenlose Nähatelier tourt noch bis November durch die gesamte Region. Einer der Stopps ist unter anderem in Bütgenbach geplant. Interessierte können sich online auf der Webseite von Idelux informieren und für die kommenden Termine anmelden.
Manuel Zimmermann