Braunlauf - das kleine Dorf in der Gemeinde Burg-Reuland. Zusammen mit Heimatforscher Klaus-Dieter Klauser haben wir uns auf den Weg gemacht, um mehr zu erfahren. Es geht einmal quer durch das Dorf. So, wie auch der kleine Fluss, die Braunlauf, durch den Ort fließt.
"Sie entspringt oben im Venngebiet und hat natürlich immer Schlamm und Erde mitgeführt. Das hat wahrscheinlich auch die damaligen Siedler beeindruckt, sodass sie diese braune Farbe in diesem Fluss quasi verewigt haben. Das ist tatsächlich der ursprüngliche Name. Und die braune Färbung ist offensichtlich damals schon ins Auge gefallen."
Wir bewegen uns ein wenig flussaufwärts - vorbei an alten und neuen Wohnhäusern geht es immer mehr in die Natur. Wir erreichen einen alten Tunnel. Hier hat Klaus-Dieter Klauser viel zu erzählen:
"Das sind die Überreste der alten Eisenbahnlinie, eine Linie, die im Ersten Weltkrieg gebaut wurde zu Kriegszwecken natürlich. Im Zweiten Weltkrieg ist wieder die große Brücke zerstört worden, die hier gestanden hat. Und dann hat man sehr schnell diese Überführung hier gebaut. Innerhalb von zwei Jahren war das fertig. Es war ja alles kriegswichtig, da musste das schnell gehen. Und das ist dann bis heute das, was von der Eisenbahnlinie übrig geblieben ist. "
Die Geschichte des Tunnels und der alten Eisenbahnstrecke kann man auch vor Ort nachlesen. Die neuen Infotafeln geben die nämlich wieder.
Für uns geht es zurück Richtung Dorfzentrum. Wir machen Halt an einer kleinen alten Hütte und können sogar rein gehen - es ist eine alte Mühle, wie Klaus-Dieter Klauser verrät: "Die ist von einem Herrn Schwall gebaut worden im 19. Jahrhundert. Er hat die privat für sich gebaut. Er wollte Getreide für das Vieh mahlen. Diese kleine Einrichtung hätte nicht gedient, um Brotmehl zum Beispiel zu machen. Dafür hätte man schon größere Einrichtungen haben müssen. Aber um Getreide für Viehfutter zu mahlen, war das genau das Richtige."
In den 1930er Jahren wurde die Mühle dann stillgelegt und nicht mehr genutzt. Draußen schauen wir uns noch ein bisschen um - gar kein Wasser ist in der Nähe zu sehen - dabei wurde das doch zum Mahlen gebraucht.
"Man hat von der Braunlauf aus einen Wassergraben zur Mühle gezogen. Dann führte der Graben hier durch diese Wiese auf die Mühle zu und dann wurde das Wasser natürlich auch wieder in die Braunlauf zurückgeführt. Für den Mühlenbetrieb war es wichtig, dass man ein Gewässer hat, was sehr ruhig und sehr gleichmäßig auf die Mühle und aufs Mühlenrad zuläuft."
Von dem Graben sieht man heute nichts mehr. Es geht weiter Richtung Dorfmitte - hier machen wir Halt an einer kleinen Brücke. Das braune Wasser schimmert auch hier im Sonnenschein und man kann die Namensgebung durchaus nachvollziehen. Wir sind nicht weit von der Kirche entfernt.
Hier fällt auf, nicht weit vom Kirchturm steht ein sehr moderner Turm, der auch irgendwie an eine Kirche erinnert - kein Zufall, wie Klaus-Dieter Klauser dann erklärt: "Das alte Kirchengebäude, da wo dieser moderne Turm jetzt zu sehen ist - das stammte schon aus dem achtzehnten Jahrhundert. Also das ist ein kleiner Barockbau gewesen, der dann bis in die Sechzigerjahre als Kirche gedient hat. Dann hat man wegen Baufälligkeit, aber auch weil das Gebäude zu klein war, beschlossen, ein neues Kirchengebäude zu bauen. Das alte Kirchengebäude ist dann als Stall genutzt worden. Den Turm hat man schon einige Jahre danach abgerissen, weil der ziemlich baufällig war. Und mittlerweile hat jetzt jemand das Kirchengebäude, das alte Kirchengebäude gekauft, und hat da sein Wohnhaus errichtet."
Und ein moderner Turm in Anlehnung an die alte Kirche ist daran gebaut worden. Auch hier gibt es die Geschichte zum Nachlesen vor Ort. Denn, es sei wichtig, dass Dorfgeschichte weitererzählt wird, so Klauser.
Lena Orban





