Nur rund eine Stunde steht das fertige Kunstwerk auf dem Werthplatz in Eupen. Dann ist alles wieder vorbei und "Beedabei" zerfällt in seine Einzelteile - nämlich die gelben Blumenkästen samt Pflanzen. Fortgetragen von den Besuchern und Schaulustigen.
Auf den ersten Blick also ein kurzzeitiges und vergängliches Kunstprojekt - auf den zweiten Blick aber nicht. Denn die Auflösung und das Mitnehmen der Kästen durch die Bevölkerung sind Teil des Projektes.
"So entstehen in der ganzen Region quasi Bienenfutterstellen direkt vor Ort. Die helfen den Bienen direkt vor Ort. Das wird überall in der Stadt sichtbar sein - auch noch in Jahren quasi. Das heißt, das ist auch noch nachhaltig in seiner Wirkung", erklärt Künstlerin Gisela Bartulec.
"Das Kunstwerk geht, während es bleibt. Und das ist etwas, was mir als Künstler nach einem Jahr Vorplanung immer Gänsehaut bringt", ergänzt Peter Kalb, der das Kunstwerk gemeinsam mit Gisela Bartulec erdacht und erfunden hat.
An der Aufstellung der Kästen auf dem Eupener Werthplatz wirkten auch Kinder der Städtischen Grundschule Oberstadt mit. Und die hatten ihren Spaß dabei…
Die beiden deutschen Künstler hatten das Projekt anlässlich der Bewerbung Nürnbergs um den Titel der europäischen Kulturhauptstadt entwickelt. "Beedabei" wurde da als Gewinnerprojekt ausgezeichnet. Wohl auch wegen seiner Symbolik - denn inmitten der gelben Sterne steht eine Form, die das Miteinander darstellen soll.
"Das ist eine Form, da geht es ums Tragen und Getragen-werden - das geht durch Unvoreingenommenheit, durch Mitgefühl füreinander. Und das wird in der Skulptur deutlich. Da liegt einer unten und oben ist einer, der getragen wird. Diese Positionen wechseln immer", so Bartulec.
Begonnen hat "Beedabei" mit der Erkenntnis, dass die Bienen ständig weniger werden. Gisela Bartulec und Peter Kalb verbinden also Kunst und Naturschutz. Das überzeugte auch den DG-Kulturminister Gregor Freches. Er erinnerte daran, dass es bei dem Projekt vor allem auch darum geht, an den Schutz der Bienen zu denken.
"An die fleißigen Bienen, die wir so nötig haben, damit unsere Natur überhaupt so schön erscheinen kann", sagte der Minister. Freches betonte zudem das Miteinander als zentrales Element des Kunstwerkes und auch die europäische Komponente von "Beedabei".
Halt gemacht hat das Projekt bereits in mehreren Ländern - natürlich in seinem Ursprungsland Deutschland, aber auch in Luxemburg, in der Ukraine - und über Europa hinaus auch in Äthiopien. In Belgien hat König Philippe die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen.
"Das hebt natürlich dieses Projekt auch auf die Ebene, auf die es gehört, weil wir nur gemeinschaftlich solche Probleme lösen können. Und auch nicht nur jedes Land einzeln, sondern Europa gemeinschaftlich. Besser kann man es nicht ausdrücken als durch die Schirmherrschaft des Königs hier in diesem Land. Wir sind da wirklich sehr geehrt", so Bartulec.
Und die Beachtung durch das Königshaus zeigt auch: “Beedabei” hat Bedeutung - für die Kunst und für die Bienen…
Moritz Korff











