Geplant wurde das Projekt zur Neugestaltung des Marktplatzes Amel bereits zwischen 2018 und 2020. Die Genehmigung der Kostenschätzung durch den Gemeinderat erfolgte dann im Juni 2023. In Aussicht gestellt wurde damals eine Bezuschussung durch die Wallonische Region. Jetzt habe man positive Signale aus Namur bekommen, sagte Schöffin Anna Pauels. Die Unterschrift fehlt aber noch. Die Gemeinde werde in dieser Sache jedenfalls ihre Hausaufgaben machen - und dann hoffe man auf das Beste, sagte Bürgermeister Erik Wiesemes.
Aber: Die Preise von damals seien nicht die Preise von heute, betonte Pauels. Nach der Überarbeitung des Projektes werden die Kosten jetzt auf rund 449.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer) geschätzt. Das sind rund 21.000 Euro mehr als in der ursprünglichen Schätzung.
Vorgesehen ist unter anderem die Schaffung einer Fläche für einen Petanque-Platz, zudem sind Unterstände geplant. Auch eine Kläranlage für Toiletten soll Platz finden und einige alte Bäume sollen durch Neupflanzungen ersetzt werden. Die Beleuchtung auf dem Marktplatz soll ebenfalls erneuert werden. Die Umsetzung ist für 2027 vorgesehen.
Personalknappheit im Forstwesen: Nach Bütgenbach verabschiedet auch Amel Resolution
Wiesemes stellte die Jahresrechnung 2025 vor. Diese weist ein Haushaltsergebnis von rund 3,4 Millionen Euro aus. "Auf der Einnahmenseite hatten wir einen sehr guten Holzverkauf", sagte er. Und auch die Senkung der laufenden Energiekosten trugen ihren Teil bei. "Die Investierungen in Nachhaltigkeit machen sich also nach und nach bezahlt", so Wiesemes. Anleihen nahm die Gemeinde Amel im vergangenen Jahr nicht auf, die Restschuld der Gemeinde beträgt laut Wiesemes 725.000 Euro.
"Der Haushalt der Gemeinde Amel wird maßgeblich von den Holzverkäufen beeinflusst. Fallende Holzpreise reißen sofort ein Loch in den Gemeindehaushalt", sagte der Bürgermeister. Wie bereits mehrmals angesprochen worden sei, brauche man deshalb weitere finanzielle Standbeine. Dazu zählte Wiesemes die Windparks Valender, Amel-Büllingen und Wolfsbusch. "Die noch und hoffentlich bald gebaut werden", fügte er zu den letzteren beiden hinzu.
Die Personalknappheit bei der Forstverwaltung DNF bereite große Sorgen, sagte Forstschöffe Patrick Heyen. "Und nicht nur uns, der Gemeinde Amel, sondern auch allen anderen Gemeinden - besonders den waldreichen Gemeinden", betonte er. Bereits im April 2025 hätten die Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft schriftlich auf diese Lage hingewiesen. "Die Antwort, die darauf kam, war ernüchternd", sagte Heyen. "So wie es jetzt wahrscheinlich weitergehen wird, wird es nicht mehr möglich sein, all die Aufgaben dauerhaft und effizient zu erfüllen", so der Ameler Forstschöffe.
Der Gemeinderat Amel verabschiedete deshalb eine Resolution, in der gegenüber der Regierung der Wallonischen Region die Sorge über die Personaldecke mitgeteilt und unter anderem gefordert wird, den 2025 verhängten Einstellungsstopp aufzuheben oder zumindest zu lockern. Vergangene Woche hatte bereits der Gemeinderat von Bütgenbach einen ähnlichen Schritt gemacht.
Entsorgung von Waschbärkadavern
Der Gemeinderat Amel hat eine Gebühr in Höhe von 25 Euro für Müllsäcke festgesetzt, die dazu dienen, Kleintiere mit einem Gewicht von bis zu zehn Kilogramm zu entsorgen. Es geht dabei vor allem um Waschbären. "Wir haben Stellen in der Gemeinde, wo Waschbären effektiv ein Problem sind", sagte Umweltschöffe Frédéric Arens. Die Gemeinde stellt Waschbärfallen zur Verfügung. "Da es sich um eine invasive Art handelt, müssen die Tiere leider erlegt werden", so Arens. Bislang würden erlegte Waschbären oft einfach im Wald abgelegt. "Aber davon ist definitv abzuraten", unterstrich der Umweltschöffe.
Eingesammelt werden die in den Müllsäcken entsorgten Kleintierkadaver von der Firma Rendac. Für die Gemeinde bedeutet das pro Müllsack Kosten von rund 50 Euro. Die Hälfte davon übernimmt die Gemeinde, die übrigen 25 Euro muss der jeweilige Bürger zahlen. Elke Heck-Comoth wies darauf hin, dass es wichtig sein werde, eine Informationskampagne in die Wege zu leiten. Und es müsse dann später auch erhoben werden, ob das angenommen wird, sagte sie. Patrick Spies sprach sich dafür aus, in dieser Sache auch gemeindeübergreifend nach einer einheitlichen Lösung zu suchen. "Nicht dass eine Gemeinde das dann kostenlos anbietet, die andere 25 Euro und die andere den vollen Preis verlangt. Gerade in der Bevölkerung wäre das ein bisschen das falsche Zeichen", so Spies.
Einhellig war die Meinung im Gemeinderat Amel auch in Bezug auf den Ankauf von Bauland im Zentrum von Born. Der Gemeinde seien mehrere Parzellen angeboten worden, so Arens. Es handelt sich dabei um insgesamt rund 14.000 Quadratmeter zwischen Schulstraße und Rechter Straße, für die ein Preis von 429.000 Euro aufgerufen wird. "Noch zentraler kann man kein Bauland finden", so Arens, der unterstrich, dass die Gemeinde ständig Bauland suche. Im Preis enthalten seien die bereits in die Parzellen gesteckten Investitionen, sagte er. Der Gemeinderat fasste einstimmig den prinzipiellen Beschluss zum Ankauf der Fläche.
Moritz Korff