Die Zeitung L'Avenir berichtet, dass die Provinz Lüttich dafür eigene Sachverständige zur Verfügung stellt. Sie sollen prüfen, ob die Angaben im Kataster noch mit der tatsächlichen Situation der Immobilien übereinstimmen.
Was ist das Katastereinkommen?
Das Katastereinkommen ist ein fiktiver Mietwert einer Immobilie. Grundlage dafür ist der geschätzte Jahresmietwert aus dem Jahr 1975. Dieser Wert wird zwar jährlich indexiert, die ursprünglichen Angaben wurden aber oft jahrzehntelang nicht angepasst.
Das bedeutet: Viele Häuser sind heute deutlich besser ausgestattet als zum Zeitpunkt ihrer ursprünglichen Eintragung.
Was wird überprüft?
Im Fokus stehen unter anderem Häuser, die ohne Bad oder Zentralheizung eingetragen wurden, zusätzliche Wohnungen in Gebäuden, oder Bauarbeiten, die beantragt wurden, deren Fertigstellung aber nie offiziell gemeldet wurde.
Solche Veränderungen können das Katastereinkommen - und damit auch die Immobiliensteuer - erhöhen.
Warum machen die Gemeinden das?
Die Gemeinden stehen finanziell unter Druck. Da die Immobiliensteuer auf dem Katastereinkommen basiert, können aktualisierte Daten zusätzliche Einnahmen bringen.
Die Provinz argumentiert außerdem mit "Steuergerechtigkeit": Wer sein Haus deutlich aufwertet oder ein Gebäude erweitert, soll dafür auch die entsprechenden Abgaben zahlen. Laut Provinzabgeordnetem Luc Gillard könnten dadurch sogar neue Gemeindesteuern vermieden werden.
Welche Gemeinden sind betroffen?
Zu den 50 teilnehmenden Gemeinden gehören unter anderem Eupen, Kelmis, Raeren und Lontzen. Aber auch Ans, Anthisnes, Aubel, Awans, Aywaille, Baelen, Berloz, Beyne-Heusay, Blegny, Burdinne, Chaudfontaine, Dison, Engis, Faimes, Flémalle, Fléron, Geer, Hannut, Héron, Herstal, Herve, Jalhay, Juprelle, Liège, Limbourg, Lincent, Marchin, Neupré, Olne, Oupeye, Ouffet, Plombières, Remicourt, Saint-Georges-sur-Meuse, Seraing, Soumagne, Spa, Sprimont, Stoumont, Theux, Trooz, Verlaine, Verviers, Villers-le-Bouillet, Visé, Waremme und Welkenraedt beteiligen sich.
Weitere Gemeinden könnten noch hinzukommen.
Müssen Eigentümer mit Hauskontrollen rechnen?
Nach Angaben der Provinz sollen keine Hausbesuche stattfinden. Die Sachverständigen arbeiten von den Gemeindeverwaltungen aus und prüfen vor allem bestehende Bauanträge, Renovierungsakten und Verwaltungsunterlagen.
avenir/gaz