Seit Ende März packen die Mitglieder der Hilfeleistungszone der DG in Kelmis tatkräftig an. Dort wo bis vor einigen Monaten noch das Rote Kreuz untergebracht war, entsteht nun ein neuer Bereich für den Rettungsdienst auf zwei Etagen. Mit einer Hygieneschleuse, Umkleidekabinen und einem Wohn- und Schlafbereich für die Einsatzkräfte. Der Gebäudetausch zwischen dem Rettungsdienst und dem Roten Kreuz war notwendig, um den Auflagen des Gesundheitsministeriums nachzukommen. Die nötigen Umbauarbeiten finden in Eigenregie statt.
"Das Gesundheitsministerium hat uns dazu verpflichtet, eine Schwarz-Weiß-Trennung einzuführen und zusätzliche Hygienemaßnahmen zu treffen", erklärt der Zonenkommandant der Hilfeleistungszone der DG, Francis Cloth. "Vor 2025 waren diese ganzen Maßnahmen alle noch nicht vorgesehen. Wenn wir diese Arbeiten hätten ausschreiben müssen, dann wären wir jenseits von Gut und Böse bei den Budgets gewesen. Wenn wir das aber jetzt in Eigenleistung machen, dann schaffen wir es trotzdem noch, das in den Budgets von den Gemeinden zu behalten. Wir bauen hier also in der Hülle des einen Gebäudes ein neues Gebäude."
Dafür gibt es gute Unterstützung: "Feuerwehrleute sind ja auch Fachkräfte, die wir irgendwo abgeworben haben und die daraus ihren Beruf gemacht haben. Sie haben ihre Fähigkeiten aus ihrem vorherigen Fachbereich ja nicht verloren. Und die arbeiten jetzt mit uns Projekte aus, sodass wir vieles in Eigenleistung machen können."
Am 11. Juni findet in der Kaserne von Kelmis eine erste Kontrolle durch das Gesundheitsministerium statt. Auch die Wachen in Eupen und St. Vith müssen an die neuen Vorschriften angepasst werden – allerdings in kleinerem Umfang als in Kelmis. Insgesamt investiert die Hilfeleistungszone zwischen 400.000 und 600.000 Euro in die Anpassungen. Zum Jahresende müssen die Arbeiten an den drei Standorten fertiggestellt werden.
Neben den laufenden Umbauten wird gleichzeitig an zwei großen Zukunftsprojekten gearbeitet: den neuen Wachen in Burg-Reuland und in der Eupener Industriezone. Das Lastenheft für die Wache in Burg-Reuland hat im Zonenrat zuletzt für Diskussionen gesorgt. "Wir haben schon einen Grundriss, wie die Halle aussehen soll. Dahinter steht natürlich jetzt ein Lastenheft, das wir ausschreiben müssen um Preisangebote zu bekommen, das stand am Mittwoch in einem Sonderrat auf der Tagesordnung. Wir haben aber die Angaben der Schätzungen erst Dienstag erhalten und die müssen wir eigentlich nochmal überarbeiten. Der Rat hat dann entschieden, dass nochmal ein Sonderrat einberufen wird, um das Lastenheft später zu validieren. Auch hier gibt es einige Dinge, die wir sicherlich selbst machen können", sagt Francis Cloth.
Spätestens am 31. August muss das Projekt für die neue Wache in Burg-Reuland bei der Deutschsprachigen Gemeinschaft eingereicht werden. Das sorge zwar für leichten Zeitdruck, doch generell laufe alles nach Plan. Die Erfahrungen aus Burg-Reuland seien zudem auch eine Hilfe für die Zusammenlegung der Wachen aus Eupen und Lontzen – im Laufe der Planungen habe sich beispielsweise gezeigt, was wirklich gebraucht werde und was nicht.

"Wir haben vor allem gelernt, dass es große Projekte sind, die sehr viel Zeit, sehr viel Aufwand und sehr viel Überlegung kosten. Da wir aber mit einer Blaupause angefangen haben, können wir viel besser einschätzen, wo die Knackpunkte liegen, die wir in Eupen schon haben. Wir wissen natürlich, dass wir eine Werkstatt, Übungsmaterial und eine Verwaltungsstelle und Platz für Brandschutz in Eupen brauchen. Aber alle nutzen zum Beispiel Versammlungs- oder Druckerräume, und da kann man enorm viel sparen, wenn man Dinge zusammenlegt und das ist der Weg, den wir verfolgen wollen", so Cloth.
Die neue Wache in Burg-Reuland soll im Jahr 2028 fertiggestellt werden, der Neubau in der Eupener Industriezone 2030.
Lindsay Ahn





