Der Spielplatz Klinkeshöfchen in Eupen soll komplett umgebaut werden. Mehr Sitzplätze, mehr Inklusion - und vor allem: kein Spielplatz mehr, der nach jedem Regen unter Wasser steht. Außerdem gab es laut Schöffin Joëlle Birnbaum-Köttgen zu wenig Abwechslung - besonders für ältere Kinder. Herzstück der neuen Anlage soll ein großes Klettergerüst mit mehreren Spielmöglichkeiten werden.
"Wir werden einmal mit einem attraktiven Spielgerät arbeiten, das in die Höhe geht, zum Klettern und Rutschen, und mit einem Teilbereich, der inklusiv ist. Wir wollen ihn so gestalten, dass Teilhabe hier gelebt werden kann", sagt die zuständige Schöffin. "In der Mitte gibt es einen Ort der Begegnung, an dem man sich dann aufhalten kann, wo jeder Spielspaß und Kommunikation erleben kann."
Für die Kleinen werden die bisherigen Federwippen und Rutschen in einem eigenen Bereich neu aufgebaut. Gleich daneben entsteht ein inklusiver Bereich mit einer barrierefreien Schaukel und einem großen Trampolin, das mehrere Menschen gleichzeitig nutzen können. Klare Grenzen zwischen den Bereichen soll es bewusst nicht geben - denn hier soll ein Treffpunkt für alle entstehen.
"Für die ältere Generation ist der Spielplatz auch attraktiv. Erstens sind wir in einer Parkanlage mit sehr viel Baumpflanzung, also natürlichem Schatten. Wir werden auch einen großen, hochstämmigen Baum pflanzen, der im Mittelpunkt vom Spielplatz Schatten wirft. Und es gibt eben Natur, Aktivierung für die Kinder, eine gute Sitzmöglichkeit. Wir haben den inklusiven Bereich, der für alle Altersklassen zugänglich ist, der kann natürlich auch von den Senioren genutzt werden", so Joëlle Birnbaum-Köttgen.
Die Kosten werden auf rund 150.000 Euro geschätzt. Die DG übernimmt davon 60.000 Euro. Wenn bei der Ausschreibung alles glatt läuft, könnten die Arbeiten im Herbst beginnen. Nach der Drainage des Platzes sollen barrierefreie Wege mit neuen Bodenbelägen entstehen. Hier sollen Materialien verbaut werden, die mit Rollstuhl oder Rollator befahrbar und gleichzeitig nachhaltig sind.
Beigefarbener Kies soll Stürze auf dem Boden abfedern. Der Kies ist bereits am Piratenschiff auf dem Spielplatz in Kettenis eingesetzt und laut der Schöffin für gut befunden worden. Der Kies sei haltbarer als die Holzschnitzel, die der Bauhof jedes Jahr wieder auffüllen musste, sagt sie - gleichzeitig soll die helle Farbe dafür sorgen, dass das Material auch in heißen Sommern nicht zu viel Hitze speichert.
Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch der Ostpark einen neuen Spielplatz erhalten. Dann möchte Joëlle Birnbaum-Köttgen die Anwohner in die Planung mit einbeziehen.
Weniger ist mehr: Eupen setzt auf Qualität statt Quantität bei Spielplätzen
Gaby Zeimers





