Durch die geplante Fusion der Aktivitäten der Mediengruppen Rossel und IPM entsteht in der Französischsprachigen Gemeinschaft ein nahezu monopolistischer Akteur.
Vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörde würde Rossel künftig fast alle Titel der frankophonen Tagespresse kontrollieren, darunter Schwergewichte wie Le Soir, La Meuse-Sudpresse, La Libre und L’Avenir. Experten und die Medienaufsichtsbehörde, CSA, äußern bereits Besorgnis über die Auswirkungen auf den redaktionellen Pluralismus und die politische Unabhängigkeit in der Region.
Während in Flandern weiterhin zwei große Konkurrenten den Markt prägen, reduziert sich die Vielfalt in der Wallonie faktisch auf ein einziges Verlagshaus. Die Verantwortlichen verteidigen den Zusammenschluss als "notwendiges Übel", um die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit gegen Plattformen wie Google und Meta zu sichern.
Dennoch wächst in den Redaktionen die Angst vor Stellenstreichungen durch geplante Synergien, insbesondere in den Sport- und Regionalressorts. Kritiker mahnen, dass die angestrebte Mediensouveränität nicht auf Kosten der Meinungsvielfalt gehen dürfe. Mit einer endgültigen Entscheidung der Wettbewerbshüter wird bis Ende Juni gerechnet.
Trends-Tendences/mz