Festredner bei der Verleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses waren vor 800 geladenen Gästen der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis.
Beide hoben Draghis Mut und Risikobereitschaft bei der Rettung des Euro 2012 hervor und gingen auch auf den Draghi-Report ein, eine Zukunftsagenda für die EU, die der Italiener 2024 vorgelegt hatte.
Als Weckruf bezeichnete Mitsotakis den Bericht, während Merz erklärte, dass Europa aufgewacht sei und verstanden habe, dass es sich nur über wirtschaftliche und sicherheitspolitische Stärke in dieser Welt behaupten könne.
In seiner Dankesrede erklärte Draghi, Europa sei heute zu abhängig von anderen und falle auf vielen Gebieten zurück, besonders im Vergleich mit den USA und China. Die Antwort darauf seien Reformen, um einen wirklich integrierten Wirtschaftsraum zu schaffen.
Auch mehrere ehemalige Preisträger, wie etwa EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die letztes Jahr den Karlspreis erhielt, sowie Draghis Nachfolgerin und heutige Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, wohnten der Verleihung bei.
Nach dem Festakt zeigte sich Draghi mit früheren Karlspreisträgern auf dem Aachener Katschhof und dankte der Bevölkerung für den warmherzigen Empfang.
Das Preisgeld in Höhe von einer Million Euro, das ein Aachener Ehepaar gestiftet hat, will er in medizinische Hilfe für Menschen investieren, die unter Armut und Krieg leiden.
Nach der Zeremonie im Rathaus fand das traditionelle Bürgerfest auf dem Katschhof statt, zu dem mehrere tausend Besucher kamen.
Michaela Brück

