Schon im letzten Jahr gab es in der Region Verviers besonders viele Meldungen von Zeckenstichen - mit insgesamt 250 gemeldeten Stichen war die Region Spitzenreiter in der Wallonie. Vor allem in den Gegenden rund um Stoumont (54), Aywaille (25), Stavelot (22) und Malmedy (21). Auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wurden im letzten Jahr Stiche registriert, beispielsweise in Lommersweiler (14), Bütgenbach (13) oder Amel, Eupen und St. Vith (jeweils acht).
Die Meldungen werden über die Online-Plattform "Zeckennet" von Sciensano erfasst. Bürger können dort Angaben zum Zeckenstich machen, etwa wo dieser passiert ist - zum Beispiel im heimischen Garten, im Wald oder in einem Naturschutzgebiet - und weitere Umstände des Stiches beschreiben.
Laut Laurence Geebelen von Sciensano geht es bei der Erfassung der Stiche vor allem darum, Muster und Trends zu erkennen und herauszufiltern, wo und wann besonders viele Stiche auftreten. Diese Daten sollen den Behörden helfen, gezielte Präventionsmaßnahmen gegen Zeckenstiche zu entwickeln und Erkrankungen wie die Lyme-Borreliose besser zu bekämpfen.
"Es ist wichtig, die Entwicklung von Zeckenbissen in der belgischen Bevölkerung über Zeit und Raum hinweg zu verfolgen, da Zecken mit Krankheitserregern infiziert sein können, die durch einen Stich auf den Menschen übertragen werden können. Auch wenn nicht alle Zecken infiziert sind, ist das Auftreten von Bissen beim Menschen ein guter Indikator für zeckenbedingte Probleme und ermöglicht ein besseres Verständnis der Faktoren, die das Risiko in Belgien bestimmen."
Durch die Daten konnte Sciensano beispielsweise feststellen, dass die Zeckensaison in diesem Jahr früh begonnen hat. Bereits im März gab es im Vergleich zu den letzten fünf Jahren überdurchschnittlich viele Meldungen. "Das ist angesichts der höheren Temperaturen Ende Februar und Anfang März, die Zecken aktiver machen, nicht überraschend", so Geebelen. "Außerdem halten sich die Menschen bei schönem Wetter häufiger in der Natur auf und tragen weniger schützende Kleidung, was das Risiko von Zeckenstichen erhöht."
Auch in der vergangenen Woche sind in der Region vereinzelte Stiche gemeldet worden, zum Beispiel einer in Eupen und drei in Stoumont. Um Vergleiche anzustellen und Schlüsse zu ziehen, sei es jetzt aber noch zu früh. "Ein Teil der Meldungen von Zeckenbissen, die Bürger über die Webseite einreichen, erfolgt nachträglich, da die Betroffenen die zuvor erlittenen Zeckenbisse mit einer gewissen Verzögerung melden."
Allgemein sei aber zu erwarten, dass die Zahl der Meldungen in den kommenden Wochen weiter steigen werde. Der Höhepunkt der Zeckensaison wird - wie in den Vorjahren - im Juni erwartet. Wer sich in der Natur aufhält, sollte sich daher entsprechend schützen. Zum Beispiel mit langer und heller Kleidung, die verhindert, dass die Zecken eine passende Hautstelle finden und zudem besser gesehen werden.
Auch ein Insektenschutzmittel kann vor einem Stich schützen. Zudem sollte der gesamte Körper nach einem Ausflug in die Natur sorgfältig nach Zecken abgesucht werden. Wird man fündig, sollte die Zecke schnell und möglichst mit passendem Werkzeug - Zeckenkarte, -zange oder kleine Pinzette - entfernt werden. Anschließend sollte der Bereich rund um den Stich desinfiziert werden.
Bis zu einen Monat nach dem Stich können Symptome einer Lyme-Borreliose auftreten: Entwickelt sich ein roter Ring oder Fleck, der sich ausbreitet, oder treten Grippesymptome auf, sollte ein Arzt zurate gezogen werden. Weitere Informationen zum Schutz vor einem Zeckenstich oder wie man ihn meldet gibt es unter zeckennet.sciensano.be.
Lindsay Ahn