Es gibt sie in Rot-Weiß, Rosa-Lila, Grün-Weiß und fast jeder anderen Farbkombination: Bei den Maiherzen kennt die Kreativität der Kundinnen und Kunden von Célina Dodémont nur wenige Grenzen. "Wir haben auch schon außergewöhnliche Wünsche erfüllt. Zum Beispiel die Farben eines Unternehmens in Schwarz-Gelb oder Schwarz-Gold mit einer schwarzen Rose darin. Die Wünsche der Kunden sind also sehr vielfältig."
Damit ein Herz aber am Ende auch an der Hauswand etwas hermacht, fließen erst einmal viele Stunden Arbeit ins Land. Eineinhalb Monate vor dem Tag X beginnt Célina mit den Vorbereitungen. Zunächst wird das Krepppapier in eine Art Kurbel gegeben, damit es sich wellt. Aus diesem Papier dreht sie die Rosen und steckt sie mit einem Draht in das Styroporherz. Rund 150 Rosen passen auf ein durchschnittliches Herz - bis zu 9.000 dreht sie pro Saison.
Das ist viel Arbeit, was nicht alle Kunden so auf dem Schirm haben. "Manche kommen am 1. Mai abends um 17 Uhr und wollen noch ein Herz haben. Wir versuchen immer, alles irgendwie möglich zu machen und die Wünsche zu erfüllen. Aber ein Herz mit allem Drum und Dran dauert um die zwei Stunden. Das ist dann schon viel Arbeit. Das späteste war mal ein Maiherz, das um 22 Uhr noch abgeholt wurde." Das ist ganz schön viel Stress für einen einzigen Tag.
Célina macht das jetzt seit zehn Jahren. Der Trend der Maiherzen kam aus Deutschland nach Ostbelgien. Da nicht alle legal an einen Maibaum kommen, ist ein Herz für viele die bessere Lösung - und Célina die erste Anlaufstelle. Sie weiß aber auch, was sie an ihrer Arbeit hat. "Es macht schon Freude, wenn man abends durch die Straßen fährt und denkt: Das Herz habe ich gemacht. Das macht einen dann auch stolz."
Annika Deist