An den Geräuschpegel muss man sich erst einmal gewöhnen. Überall sind laute Sägen und Bagger zu hören, die meisten Mitarbeiter tragen Hörschutz. Dafür ist der Geruch von frischem Holz umso angenehmer. Das hier verarbeitete Holz wird später für Koppelzäune, im Obst- und Weinanbau oder bei Carports und Häusern verwendet.
Dass Peter Müller heute so breit aufgestellt ist, damit hat vor 50 Jahren wohl noch niemand gerechnet, erklärt Geschäftsführer Gilbert Leyens. "Am Anfang haben wir wirklich nur Pfähle gemacht. Der Koppelzaunbereich kam später hinzu, dann der Holzbau Ende der 90er, und so hat sich das entwickelt."
Um all das umzusetzen, braucht es vor allem eins: Platz. Heute erstreckt sich das Unternehmen über sechs Hektar. Vor 50 Jahren war das Gelände nicht einmal halb so groß.
Eine der wenigen Sachen, die von damals noch geblieben ist, ist eine kleine Schrägdachhalle. Sie hat alle Höhen und Tiefen des Unternehmens mitgemacht und überstanden - und davon gab es in fünf Jahrzehnten einige, beispielsweise das EU-weite Verbot von Teeröl. Damit hat Peter Müller Holz imprägniert. 2023 wurde es innerhalb der EU verboten, da es krebserregend ist. 50 Prozent des Umsatzes waren damals an dieses Produkt gebunden.
"Die Kunden haben sich erst einmal schwergetan, die Alternativen anzunehmen", sagt Leyens. "Das Teeröl hat den Pfählen eine Standzeit von 20 bis 25 Jahren verliehen. Mit Alternativen wie Kupfersalz kommt man nur auf circa zehn Jahre. Das ist schon ein großer Unterschied." Peter Müller hat im Laufe der Zeit andere Verfahren entwickelt, mit denen heute wieder eine Standzeit von bis zu 20 Jahren erreicht werden kann.
Das waren alles Veränderungen und Entwicklungen, die vor allem die Mitarbeiter mitmachen mussten. Laut dem Geschäftsführer selbst hat das aber immer gut geklappt. "Manche sind über 35 Jahre im Betrieb. Vor einiger Zeit ist ein Mitarbeiter in Pension gegangen, der sein ganzes Leben bei Peter Müller gearbeitet hat. Das macht einen schon auch stolz, dass die Leute einem so lange treu bleiben."
Insgesamt hat das Unternehmen 25 Mitarbeiter, die auch in Zukunft einen Chef haben wollen - und damit sind wir auch schon bei dem Thema, welches das Unternehmen aktuell wohl am meisten beschäftigt. "Das größte Projekt, das momentan ansteht, ist die Nachfolge. Der Sohn meines Wegbegleiters Kurt Faymonville (ebenfalls Geschäftsführer) ist jetzt seit zwei Jahren im Betrieb. Jetzt müssen wir schauen, was sich daraus ergibt. Mit 26 hätte mir das auch Angst gemacht, einen Betrieb zu übernehmen. Es ist eine Hausnummer, 25 Menschen zu führen und dafür zu sorgen, dass am Ende alles läuft."
Stand jetzt kann sich Gilbert Leyens gut vorstellen, den Betrieb im Jahr 2030 zu übergeben - dann würde bei Peter Müller wieder eine neue Ära beginnen.
Annika Deist


