Limbourg zählt offiziell zu den "schönsten Dörfern der Wallonie". Doch über Jahrzehnte blieb das markante Zentrum des mittelalterlichen Stadtkerns - die Kirche Saint-Georges - für Besucher verschlossen. Das hat sich nun geändert. Rund 1,9 Millionen Euro flossen in die Instandsetzung des historischen Bauwerks.
Ein Marathon für das Kulturerbe
Dass die Sanierung drei Jahrzehnte in Anspruch nahm, lag vor allem an den komplexen bürokratischen Hürden. Valérie Dejardin, Bürgermeisterin von Limbourg, begleitete das Projekt über einen langen Zeitraum.
"Als ich 2007 Schöffin für das Kulturerbe wurde, habe ich das Dossier übernommen", erzählt sie. "Es hat fast 20 weitere Jahre gedauert, um das Projekt umzusetzen. Es gab viele administrative Fragen und Finanzierungsfragen. Da müssen viele an einem Strang ziehen. Aber das Ergebnis ist schön. Die Menschen sind froh und zufrieden. Das ist das Wichtigste."
Zwischen Mittelalter und Moderne
Die Ursprünge der Kirche reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als sie als Schlosskapelle fungierte. "Der älteste Teil stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1301 oder 1302", erklärt Martin Jamar von der Kirchenfabrik.
Ein besonderes Highlight für Kunsthistoriker ist der Chor aus dem 15. Jahrhundert sowie die seltene Théothèque - ein filigraner Wandtabernakelturm aus dem Jahr 1520, wie er nur in wenigen mittelalterlichen Kirchen zu finden sei.
Trotz der religiösen Bedeutung wird der sakrale Betrieb eher punktuell stattfinden. Messen sind künftig nur an Monaten mit einem fünften Sonntag geplant. Dennoch bleibt die Kirche ein Ort für familiäre Meilensteine: "Das heißt, dass es im Jahr ungefähr drei oder vier Messen geben wird. Aber es wird die Möglichkeit geben, hier zu heiraten oder eine Kommunion abzuhalten. Es liegt auch schon die Anfrage für eine Taufe vor", so Jamar.
Kultur trifft Kult
Um die hohen Sanierungskosten und den Erhalt zu rechtfertigen, setzt die Gemeinde auf eine polyvalente Nutzung. Hugo Defawes, Kulturerbeschöffe von Limbourg, betont die neue Offenheit des Gebäudes. "Wir haben eine Nutzungsvereinbarung geschlossen, um eine Mischung aus Kult und Kultur machen zu können. Konzerte, Ausstellungen, Konferenzen und Führungen sind hier möglich."
Für Touristen und Einheimische ist die Kirche ab sofort wieder ein fester Anlaufpunkt. Wer das Gebäude spontan besucht, kann durch eine neue Glastür - die gleichzeitig als Diebstahlschutz dient - einen Blick ins Innere werfen. Vollständige Besichtigungen sind auf Anfrage über das Touristische Verkehrsbüro von Limbourg möglich.
Manuel Zimmermann








