18 Uhr am Jugendheim in Raeren. Rollen auf Beton, ein Sprung, ein Klacken - ein paar Jungs üben ihre Tricks im Skaterpark. "So sieht es hier eigentlich jeden Tag aus", sagt Peter Weynand. Er gehört zum Verwaltungsrat des Jugendheims. "Das ist ein unglaublich wichtiger Ort für das Dorf. Sobald die ersten Sonnenstrahlen rauskommen, sind zahlreiche Jugendliche und Kinder hier."
Doch der Skaterpark ist in die Jahre gekommen. Das Holz wird morsch, ein Element musste aus Sicherheitsgründen schon abgebaut werden. Das Jugendheim möchte das gesamte Areal gern an die Gemeinde abtreten, da die Verwaltung zu aufwändig für die kleine VoG ist.
Doch bevor die Gemeinde das Gelände übernimmt, gibt es noch ein Problem - das alte Holzschiff neben dem Jugendheim. Eigentlich sollte es längst genutzt werden. Doch gerade sind wieder zwei Anträge auf finanzielle Unterstützung durch die DG und die Provinz abgelehnt worden.
"Es scheitert im Moment am Geld. Wir hatten leider Pech bei den Anträgen auf Förderung. Wir werden so 30.000 bis 35.000 Euro benötigen, um das in einen vernünftigen Zustand zu versetzen. Wir müssen jetzt nochmal neue Mittel und Wege finden, um das Geld zusammenzubekommen", erklärt Peter Weynand. Im schlimmsten Fall müsste das Schiff entfernt werden - das wäre aber nur die letzte Option.
Damit der Skaterpark weiter genutzt werden kann, arbeiten Gemeinde und Jugendheim zusammen: Jede Woche kontrollieren die Jugendarbeiter die Anlagen und prüfen, ob etwas repariert werden muss. Dann kümmert sich der Bauhof der Gemeinde darum. So kann der Skaterpark noch eine ganze Zeit erhalten werden, ist sich Schöffe Thomas Schwenken sicher.
"Damals waren Holz-Elemente Stand der Dinge. Heute arbeitet man so nicht mehr. Aber man muss ja auch nicht gleich alles abreißen. Ich fahre mein Auto ja auch noch etwas länger, wenn ich eine Inspektion machen muss. Dann werfe ich mein Auto ja auch nicht weg."
Langfristig müssen die Anlagen aber ersetzt werden. Erste Pläne gibt es bereits - inklusive einer groben Kostenschätzung. "Die Betonelemente, für die wir Angebote eingeholt haben, waren auf 70.000 Euro geschätzt, ohne Unterkonstruktion, nur die Elemente an sich. Allerdings muss man ja auch nicht alles auf einmal ersetzen, wir können die nach und nach herrichten", erklärt Thomas Schwenken.
Wenn es soweit ist, sollen die Jugendlichen mitentscheiden. Denn ihre Bedürfnisse haben sich verändert: Früher dominierten hier Skateboards und Rollerskates - heute sind es eher die kleinen Cityroller. Die stellen andere Anforderungen an den Park.
Die anwesenden Jungs kommen seit Jahren fast täglich her - und das soll auch so bleiben. Damit auch die Jüngeren noch mehr Tricks lernen können, die die Älteren längst draufhaben.
Am 12. Juni organisiert das Raerener Jugendheim in Kooperation mit dem Jugendtreff Inside ein Benefizkonzert mit drei lokalen Bands. An dem Tag können sich die Besucher auch über die Jugendheim-Projekte informieren.

Gaby Zeimers



