Im Schaufenster von "Kinder des Friedens" reihen sich Dekoartikel, Haushaltswaren, Schmuck, Bücher, Kleider und Spielzeug aneinander. Ein Geschäft für Schatzsucher und Schnäppchenjäger, die gerne stöbern und dabei etwas Gutes tun wollen. Alle Sachen hier wurden von Privatleuten gespendet.
"Es gab einen Tag der offenen Tür beim Ministerium, da wurden Ehrenämter vorgestellt. Da haben sich damals 25 Frauen zusammengefunden und haben das hier eröffnet. Ich weiß noch genau, wie ich das alles hier mit Herrn und Frau Weber eingeräumt habe. Das war viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt", sagt Ursula Rosskamp von "Kinder des Friedens".
Der Start sei schwierig gewesen, ergänzt Rosskamp, aber mittlerweile habe sich das Geschäft in der Klötzerbahn etabliert. Sie und alle anderen hier arbeiten ehrenamtlich. "Ich wollte mich für das Projekt einsetzen und es macht auch Freude, mit Menschen und für Menschen zu arbeiten. Ich habe so viele Menschen hier kennengelernt, nette Kolleginnen, nette Kunden, mit denen wir mittlerweile auch privat befreundet sind. Es hat von Anfang an Spaß gemacht und ich fühle mich sehr wohl hier."
Die Ehrenamtlichen sorgen von A bis Z dafür, dass der Laden läuft, achten auf die Qualität der Ware und die richtige Präsentation. Das Angebot wechselt regelmäßig. Die Kunden schätzen das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und dass ihr Kauf soziale Projekte unterstützt. "Ich habe ein kleines Escape-Spiel gekauft, ein Gesellschaftsspiel", erzählt Kunde Michael Bong. "Ich fahre regelmäßig hier vorbei, schaue ins Schaufenster und wenn ich etwas sehe, dass mich interessiert, kaufe ich es."
Neben Eupen gibt es noch weitere Geschäfte von "Kinder des Friedens" in Welkenraedt und Verviers. Die VoG wurde 1981 gegründet, um gegen Kinderarmut vorzugehen. "Herr und Frau Weber haben vor mehr als 40 Jahren in Indien zwei Kinder adoptiert und haben da zwei Heime gebaut. Dort werden hauptsächlich Mädchen aufgenommen, weil die immer noch die wenigsten Chancen haben. Wir haben auf beide Heimen verteilt etwa 250 Kinder. Die Kinder werden da versorgt, bekommen drei Mahlzeiten am Tag und haben die Möglichkeit, da zur Schule zu gehen. Ich finde das eine super Sache, die unterstützt werden muss", sagt Ursula Rosskamp.
Für den Tag der offenen Tür am Samstag wünscht sich die Ehrenamtliche, dass die Eupener, die den Laden noch nicht kennen, vorbeikommen und das Projekt kennenlernen. Ehrenamtliche Helfer werden auch noch gesucht.
Anne Kelleter