Für Menschen mit Migrationshintergrund ist es oftmals nicht einfach, in einer neuen Gesellschaft Fuß zu fassen. Noch schwieriger wird es, wenn die Personen in ihrem neuen Umfeld gerne arbeiten möchten. Der Arbeitsmarkt ist ein ganz anderer als in der Herkunftsregion. So ist oft nicht klar, welche Qualifikationen für welchen Job nötig sind, dann werden die Diplome oftmals nicht anerkannt und – nicht zu vergessen – fehlen häufig die Sprachkenntnisse.
Neben all dem fehlt es dann so oder so an einem Netzwerk innerhalb dieser Arbeitswelt, erklärt Sarah Roth. Sie ist die Projektkoordinatorin von "Ready2Work" bei Info-Integration: "Das heißt einerseits, man kennt sehr wenige Personen, die einem eine Stelle vermitteln könnten. Gleichzeitig gibt es bei der praktischen Arbeitssuche oft niemanden im näheren Umkreis, der einem bei der Bewerbung helfen oder einfach mal drüberschauen könnte. Und genau das möchten wir mit Ready2Work ausgleichen."
Das Projekt möchte genau diese Rolle übernehmen und die Interessierten auf die Arbeitswelt vorbereiten. Das soll mithilfe eines 1:1-Mentorings geschehen. Der Mentor soll sich dann regelmäßig über sechs Monate hinweg mit seinem Schützling treffen, ihn bei der Stellensuche unterstützen, mit ihm Bewerbungsschreiben formulieren, Bewerbungsgespräche üben und klären, welche Ausbildungen oder Weiterbildungen vielleicht noch nötig sind.
Der Mentor ist in diesem Fall ein Ehrenamtlicher, der sich möglichst gut mit dem Arbeitsmarkt auskennt. "Das ist im Idealfall ein Mentor, der weiß, an welche Türen man klopfen muss, falls er selbst die Lösung nicht kennt, oder jemand, der Betriebe kennt, die einstellen. Jemand, der dem Mentee hilft, sich in Ostbelgien zu orientieren."
Das Team ist aktuell noch auf der Suche nach weiteren Mentoren, die Lust haben, Menschen mit Migrationshintergrund ehrenamtlich bei der Jobsuche zu helfen. "Die Mentoren bekommen von uns anfangs eine kleine Schulung, damit sie ein bisschen wissen, worauf sie sich einlassen und welche Herausforderungen auftreten könnten." Das Ziel ist am Ende klar: So viele Arbeitssuchende mit Migrationshintergrund wie möglich sollen den Sprung in den Arbeitsmarkt schaffen. Aber dazu braucht es auf der anderen Seite eben Mentoren.
Interessierte können sich bei gleich drei Infoveranstaltungen schlau machen: am 21., 22. und 27. April in St. Vith, Eupen und Kelmis. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite von Info-Integration.
Robin Emonts