In der Nähe des Stadions der AS Eupen zeigt sich das Ausmaß besonders deutlich: Kaum ein Pfosten oder Schild ist noch frei von bunten Klebebildchen. Für Fans mag es ein Hobby sein, für die Stadt Eupen ist es schlichte Sachbeschädigung. Laut Bauhofleiter Christian Collard hat das Phänomen seit Juni 2024 eine neue, massive Qualität erreicht.
Ein teures Nachspiel für die Stadtkasse
Die Entfernung der Sticker ist weit mehr als nur ein optisches Problem. Eine groß angelegte Reinigungsaktion im vergangenen Jahr schlug mit 11.000 Euro zu Buche. Geld, das Bauschöffe Lucas Reul lieber an anderer Stelle in die städtische Infrastruktur investiert hätte.
Doch die Kosten enden nicht bei der Reinigung: Viele Aufkleber haften so stark, dass beim Entfernen die reflektierende Schicht von Verkehrsschildern zerstört wird, erklärt Eupens Bauhofleiter Christian Collard. "Die Aufkleber kleben so stark, dass die Leimreste übrig bleiben. Wir versuchen das mit sanften Mitteln zu entfernen, aber dabei wird manchmal die reflektierende Schicht beschädigt, sodass wir Schilder komplett ersetzen müssen."
Besorgniserregend ist laut Collard zudem, dass immer häufiger Sticker mit rassistischen Inhalten auftauchen.
Null-Toleranz-Strategie und Kameraüberwachung
Die Stadtverwaltung will dem "Schmuddel-Look" nun mit Härte begegnen. Grundsätzlich wird gegen jeden Kleber Anzeige erstattet. Um die Täter besser überführen zu können, plant Eupen das bestehende Kamerasystem zu erweitern. Ziel ist es, jeden nachweisbaren Fall zur Staatsanwaltschaft zu bringen.
Dass Abschreckung funktioniert, zeigt ein Beispiel aus der Vergangenheit: Vor einigen Jahren wurde eine Jugendgruppe erwischt und zur Kasse gebeten. "Ich glaube, die machen das nie wieder", so Bauschöffe Reul.
Wer erwischt wird, dem drohen nicht nur empfindliche Bußgelder, sondern auch die volle Übernahme der Reinigungs- und Instandsetzungskosten. Ein teurer Spaß für ein kurzes Zeichen im öffentlichen Raum.
Manuel Zimmermann


