Alain Brose arbeitet gerade an einem Video über Bodenschätze im früheren Herzogtum Limburg. Das Herzogtum umfasste unter anderem weite Teile des heutigen Nordens der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Rohstoffe und Bodenschätze - davon gab und gibt es einige in der Gegend, erklärt Brose. "Das Gras. Mit dem Gras haben wir die ganzen Schafe ernähren können, mit denen wir Wolle produziert haben. Dadurch konnte Eupen reich werden. Dann haben wir sehr viel Holz exportiert aus dem Hertogenwald. Natürlich das Galmei aus Kelmis. Es gab auch Blei aus Bleyberg. Man hat sogar Silber entdeckt, auch ein bisschen Gold. Und sehr viel Ton: Die Raerener Töpfereien hatten vor Ort das notwendige Material."
Videos entstehen im Dachgeschoss
Brose ist promovierter Historiker und Geschichtslehrer, die YouTube-Videos nimmt er im Dachgeschoss seines Hauses in Moresnet auf. Mehr als 90 sind es mittlerweile - auf deutsch und französisch.
Alles begann damit, dass Brose in seiner Tätigkeit als Lehrer feststellte, dass viele Schüler die Texte zu den geschichtlichen Themen nicht mehr lasen. "Deswegen bin ich auf die Idee gekommen, meine Artikel in Videoformat zu veröffentlichen. Das erste Video, das ich veröffentlicht habe, ging über die Eyneburg. Ich hatte einen langen Artikel - 'Im Göhltal' - veröffentlicht. Daraus habe ich eine Serie von sechs Reportagen auf meinem Youtube-Kanal veröffentlicht."

Themen für viele weitere Videos über eine Region mit einer derart reichhaltigen Geschichte gibt es einige, meint Brose. "Man hat viele Recherchen gemacht und jedes Mal entdeckt man etwas Neues. Ich handele geografischerweise. Ich spreche nur über den Raum des ehemaligen Herzogtums Limburg, aber ohne Zeitgrenze. Ich kann sowohl von der Steinzeit sprechen als auch über heute. Ich habe vor Kurzem ein Video über die Stolpersteine gemacht."
Gerade erst hat Brose von Freunden einen ganzen Schwung historischer Bücher erhalten. Wertvolles Quellenmaterial ist das für ihn - aber längst nicht das einzige. "Sehr viele Dokumente sprechen vom Herzogtum Limburg. Man muss sie nur suchen. Man findet sie in der Städtebücherei von Bleyberg, in Kelmis. In Eupen gibt es auch ganz viel darüber."
Markenzeichen weiße Kappe
Eine weiße Kappe ist Broses Markenzeichen. Bleibt noch die Frage: Warum nennt er sich und seinen Kanal Doc von Limburg? "Auf den Namen ist meine Frau gekommen. Da ich einen Doktortitel habe, da ich Dokumentarfilme mache, sagte sie mir: Warum nennst du das nicht einfach Doc de Limbourg, Doc von Limburg? Das ist ein Wortspiel über Duc, Doc, Docteur."
Alain Broses Leidenschaft für die Geschichte: In seinen Videos und in seiner Dachstube wird sie spürbar.
Moritz Korff