Xavier Laduron ist jeden Tag auf seinen Apfel- und Birnenwiesen unterwegs. Seit 1967 betreibt seine Familie Obstanbau. Die Birnenbäume blühen bereits. "Als ich Kind war, begann die Birnen-Blüte Ende April, Anfang Mai. Wir sind jetzt den 3. April. Die Blüte ist fast vorbei", erklärt der Obstbauer. Zwischen Warsage und Vouren bewirtschaftet der 43-Jährige 38 Hektar Wiesen. Die Zeiten, in denen es verlässliche, klimatische Regeln gab, sind vorbei. Deshalb fällt die Ernte jedes Jahr sehr unterschiedlich aus. Der Ertrag schwankt zwischen 1.000 und 2.000 Tonnen.
Dieses Jahr wird es erneut kritisch: Die warmen Temperaturen von Anfang März und der dann folgende Temperatursturz haben Spuren hinterlassen, zeigt uns Xavier Laduron an einem Blatt: "Hier sieht man die verschiedenen Schäden. Verursacht zuerst durch die Kälte. Das Blatt ist nicht glatt, sondern verbeult. Auch der Hagel hat Löcher in die Blätter geschlagen und zum Teil abgerissen".
Sicher ist jetzt schon: Die Ernte wird Schäden nehmen. Damit es noch einigermaßen gut läuft, wären nun Tagestemperaturen um die 15 Grad und viel Sonne ideal. Kritisch bleiben die Nächte, Frost wäre fatal. "Null Grad für Blüten im diesem Stadium sind zu kalt. Es darf nicht mehr frieren", sagt Xavier Laduron.

Privatleute, die ihre Obstbäume vor Kälte schützen wollen, können das zum Beispiel mit Kerzen tun. Künstliche Wärmeerzeugung kommt für den professionellen Landwirt aber nicht in Frage. Die Kosten dafür seien zu hoch.
Überhaupt ist das Thema Rentabilität stets präsent. Deshalb hat sich der Obstbauer der Kooperative Fairebel angeschlossen. "Wir sind gut 50 Produzenten in Belgien, die sich mit den Milchbauern, den Gründern der Marke, zusammengeschlossen haben. So können wir unsere Erzeugnisse rentabilisieren und die Zukunft absichern", erklärt Xavier Laduron.
Die Ernte der ersten Birnen ist für Mitte, Ende August angesetzt. Es folgt die Apfelernte bis Mitte September. Wie gut der Ertrag sein wird, bleibt abzuwarten.
Simonne Doepgen








