Für die Schüler des fünften Jahres "Animator" steht der Donnerstagmorgen im Zeichen des Sports. Mit dem Fahrrad machen sie sich über den Ravel auf den Weg zum Schwimmbad Worriken. Eine Stunde gehört die Schwimmhalle ihnen alleine. Auf dem Stundenplan steht das Rettungsschwimmen. "Wir haben hier gerade den Test für den Rettungsschwimmer gemacht und lernen jetzt mit Padels an den Händen die Technik vom Kraulschwimmen", sagt der angehende Animator Ryan.
Damit die Jugendlichen auch außerhalb des Unterrichts weiter trainieren können, haben sie von Worriken eine Zehnerkarte für das Schwimmbad bekommen. Unterstützt wird die Studienrichtung auch vom Leitverband des Ostbelgischen Sports (LOS) und MyFitness.
Neben vier bis sechs Stunden Sport pro Woche, in denen die Schüler verschiedene Breitensportdiplome anstreben, stehen auch Fächer wie "Medien und Tools", "Angewandte Psychologie" oder "Vorbereitung auf das Berufsleben" auf dem Stundenplan.
Nach dem Abschluss der Abteilung stehen den Schülern alle Türen offen. "Dadurch, dass die Schüler dann schon gewisse Diplome in der Schule erlangt haben, ist ein direkter Einstieg in das Berufsleben möglich. Sie sind aber auch gut vorbereitet für ein weiteres Studium im sozialen, sportlichen oder kreativen Bereich", erklärt Michelle Fickers. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Julia Meyer hat die Sportlehrerin die Abteilung maßgeblich gestaltet.
"Vorher gab es keinen Studiengang, der sich so sehr auf die Sozialkompetenz fokussiert, also vor allem den Fokus auf den Umgang mit den Menschen im Beruf später gelegt hat", sagt Julia Meyer. Sie unterrichtet unter anderem das Fach "Medien und Tools". Die Schüler arbeiten im Rahmen des Fachs aktuell an ihren Praktikumsberichten.
"In Zeiten von KI ist das eine Kompetenz, die die Schüler mehr und mehr brauchen. Wir sind hier täglich in Kontakt mit unserer Gesellschaft von morgen und ich glaube, wenn wir in diesen Bereichen die emotionalen oder sozialen Kompetenzen etwas mehr mitgeben könnten, dann wird das auch uns irgendwann später zu Gute kommen", so Julia Meyer.

Generell kommt die Studienrichtung bei den Schülern gut an. Viele schätzen vor allem den hohen Praxisanteil. Zu den Berufswünschen der Schüler zählen etwa Sportlehrer oder Tätigkeiten im sozialen Bereich, beispielsweise als Erzieher oder Kindergärtner.
Auch für die Schule selbst bedeutet das Angebot einen Gewinn: Einige Schülerinnen und Schüler, die sonst nach dem zweiten Jahr an eine andere Schule gewechselt wären, bleiben nun am BIB. Andere entscheiden sich gezielt für einen Wechsel auf die Schule - so wie Davina. "Als die Abteilung neu eröffnet worden ist, habe ich mich schon sehr dafür interessiert. Ich wollte dann aber erst für das dritte Jahr an die Schule kommen. Es hat mich einfach angesprochen, was hier angeboten wird und was uns hier beigebracht wird."
"Wir lernen hier zum Beispiel im Kunstunterricht, welche Bastelarbeiten man später mit Kindern aus dem Kindergarten oder Schülern in der Sekundarschule machen kann und wie man dabei vorgeht oder wie man nach Alternativen sucht, wenn zum Beispiel ein Kind eingeschränkt ist und nicht mitmachen kann."
Für die Schüler ab dem fünften Jahr stehen Praktika in sozialen oder sportlichen Einrichtungen auf dem Programm - zum Beispiel in Worriken oder auf dem Hof Peters. Perspektivisch ist im Abiturjahr auch ein Erasmus-Aufenthalt geplant. "Ich würde gerne die vier Wochen auf Malta machen. Dort in einem Hotel als Animator Leute zu animieren, das wäre schon cool. In der Sonne zu sein, anstatt Schule zu haben, das wäre interessant", findet der Schüler Mattheo.
Ob Animator, Erzieher oder Sportlehrer - die Möglichkeiten in dem neuen Programm am Bischöflichen Institut Büllingen sind vielfältig. 2027 erhalten die ersten Absolventen der Studienrichtung ihr Diplom.
Lindsay Ahn


