Im Prozess gegen die Baufirma Wust aus Thimister-Clermont hat die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von bis zu fünf Jahren und millionenschwere Geldstrafen gefordert. Insgesamt stehen zehn Personen aus der Führungsetage vor Gericht. Sie sind wegen des Verdachts auf Sozialbetrug angeklagt.
Die Topmanager weisen alle Vorwürfe zurück. Sie sagen, sie hätten nichts von illegalen Praktiken gewusst. Die Staatsanwaltschaft glaubt das nicht. Sie fordert bis zu fünf Jahre Haft für den Verwaltungschef, mehrjährige Strafen für weitere Führungskräfte und Millionenstrafen für das Unternehmen.
Im Zentrum des Prozesses steht ein ausgeklügeltes System, mit dem Sozialabgaben über ein Netz von Briefkasten- und Zwischenfirmen umgangen worden sein sollen. Außerdem soll das Unternehmen illegal Arbeiter vermittelt haben.
Die Anklage basiert auf umfangreicher Ermittlungsarbeit. Die Ermittler überwachten das Unternehmen sieben Jahre lang - teils auch verdeckt. So konnte die Spur erstmals in so einem Fall bis in die Führungsetage verfolgt werden.
Die Verteidigung will Mitte April Stellung nehmen.
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