Das Kürzel Demino steht für "Demokratie in Ostbelgien". Die Plattform ist seit knapp einer Woche online abrufbar. Dahinter steckt die Volkshochschule, die die Plattform in Zusammenarbeit mit drei Partnern - der AHS, dem RDJ und der Jugendinfo - entworfen hat.
Begonnen hat alles vor drei Jahren mit einer ersten Idee. Mit der Zeit ist das Projekt gewachsen, und heute blickt die Projektkoordinatorin von Demino bei der VHS, Claudia Kochanowski, mit Stolz auf das fertige Produkt. Die Plattform hat dabei eine zentrale Funktion: "Sie bündelt quasi alle Angebote der politischen Bildung in Ostbelgien und soll als Schaufenster dienen, Leute auch einzuladen, teilzuhaben und sich zu informieren."
Auf diese Art und Weise soll Demino zum neuen Fundament der politischen Bildung in Ostbelgien werden. "Wir schaffen hiermit ein Instrument für die politische Bildung, was jeder erreichen kann", sagt der zuständige Minister Gregor Freches. "Es ist eine Plattform, die mit vielen Akteuren zusammen aufgebaut worden ist. Wir sind auch stolz darauf, dass wir so viele Akteure gefunden haben, gebündelt haben, um ein Instrument der politischen Bildung auf den Weg zu bringen."
Ganz konkret haben die eben genannten Organisationen gemeinsam eine Internetplattform geschaffen, auf der jetzt jeder Bürger passende Angebote zur politischen Bildung aus der DG, aber auch aus den Nachbarländern oder anderen Regionen Belgiens findet. Dabei gibt es keine Altersgrenze und keinen notwendigen Bildungsstand. Es gibt Angebote für Schüler, Studierende, allgemein für Jugendliche, aber eben auch für Erwachsene, die sich weiterbilden wollen.
Man findet in unterschiedlichen Kategorien Workshops, Weiterbildungen, Kurse, aber auch Bildungsmaterial. Letzteres ist besonders für Schulen interessant. Wenn man sich dann beispielsweise durch die Workshops klickt, stößt man auf einen Vortrag zum Nahostkonflikt - in dem Fall von der VHS selbst. Dort bekommt man einige Infos zu der Veranstaltung und kann sich dann auch direkt anmelden.
Beim Stöbern auf Demino kann man schon einige Zeit verbringen - aber das Angebot darf gerne noch weiter wachsen. Claudia Kochanowski freut sich über jeden, der politische Bildungsangebote auf der Plattform einträgt. "Hauptsächlich gehe ich jetzt erst mal von VOGs aus, die sich mit dem Thema schon länger beschäftigen und auch eine gewisse Expertise mitbringen und Formate bereits haben. Es gibt aber sicherlich auch private Anbieter, die Fortbildungen in dem Bereich anbieten, die wissenschaftlich fundiert sind und auch ebenfalls mit beitragen dürfen."
Der Name "Demino" ist nebenbei fast so etwas wie ein Zufallsprodukt gewesen. Ursprünglich hatte man das Wort "Domino" im Kopf. Denn wie bei Dominosteinen sollte die Plattform den Anstoß geben, sich in einer ständig verändernden Gesellschaft weiterzubilden. Aus "Domino" wurde so "Demino".
Weniger zufällig hat man sich dazu entschieden, die Sprache möglichst simpel zu halten - soweit das im politischen Kontext möglich ist - und auch die Jugend von vornherein mit einzubeziehen. Sehr zur Freude vom RDJ und der Jugendinfo. "Wir waren von Anfang an Feuer und Flamme, mit dabei zu sein und unseren Input dort auch mit auf der Plattform zu sehen", sagt Nicole Keutgen von Jugendinfo. "Das fängt ja bei der Jugend an. Wir müssen die Jugend fördern, der Jugend auch die Demokratie näherbringen, damit dann später auch die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Denn nur, wenn man einen Input hat, wenn man die Sachen versteht, kann man auch gute Entscheidungen treffen."
Finanziert wird das Projekt durch die DG, den Bürgerfonds Ostbelgien und die Provinz Lüttich. Dabei möchte Demino weder finanziell noch inhaltlich von politischen Parteien abhängig sein. So soll die Plattform neutral informieren - ab sofort und möglichst breit aufgestellt auch in der Zukunft.
Robin Emonts