Hinter der ehemaligen Kultkneipe Pigalle liegt eine gut 11.000 Quadratmeter große Brache. In Zukunft könnte aber mehr daraus werden. Wenn es nach den Besitzern geht, soll hier ein neues Stadtviertel entstehen. Nicht nur Appartementgebäude, sondern ein lebendiger Ort mit Wohnungen, Geschäften, Dienstleistungen und Grünflächen.
"Unser Projekt unterscheidet sich von anderen vor allem durch seine Gestaltung. Wir bauen nicht einfach irgendeine private Straße, wo jeder sein kleines Häuschen hat und kein Leben ist, sondern wir wollten ein richtiges Viertel entstehen lassen. Es ist eher ein Viertelgestaltungsprojekt als ein Wohnungsbauprojekt", erklärt Mareike Lambertz, eine der Initiatorinnen des Projekts.
Seit sechs Jahren arbeiten die Projektautoren an ihrem Konzept. Zeit, um viele Details zu bedenken: Nachhaltigkeit, Hochwasserschutz, soziale Durchmischung und vor allem: Stadtentwicklung. Denn der Bereich zwischen Nispert und Werthplatz ist in den letzten Jahren eher Stiefkind als Vorzeigeprojekt.
Das soll sich jetzt ändern: Geplant sind 63 Wohneinheiten in fünf Wohnblöcken. Flexibel modulierbar zwischen einem und vier Schlafzimmern. "Das wird ein Holzkonstruktionsbau sein. Wir planen hier sehr viel Natur ein, sehr viele Grünzonen. Das ist auch wichtig für den Hochwasserschutz. Die Stadt hat auch das Projekt, den Bach vorne am Gelände offen zu legen. Das passt uns sehr gut. Und hinten an den Wiesen wird das Projekt auch so weitergeführt, mit einem ähnlichen Hochwasser- und Naturkonzept. So haben wir versucht, das alles hier zu verbinden."
Deshalb sind die Gebäude auch so konzipiert, dass die Nebenkosten gering bleiben. Außerdem ist ein Teil der Wohnungen für Familien und Personen mit geringem Einkommen reserviert. Gespräche mit der öffentlichen Wohnungsbaugesellschaft ÖWOB laufen. "Uns ist daran gelegen, dass das hier kein Viertel wird, dass man sich erst ab einem sehr hohen Einkommen leisten kann. Gerade auch weil es so zentral ist und gut an Bus und Bahn angebunden ist, hoffen wir auf Familien und soziale Durchmischung", sagt Mareike Lambertz.
Der Fokus des neuen Viertels liegt auf der Lebensqualität: verkehrsberuhigt, familienfreundlich, sozial. Dementsprechend soll der Großteil der Außenanlagen des Viertels für alle zugänglich sein. Vorgesehen sind Flächen für Geschäfte, Dienstleistungen, Gärten und überdachte Parkplatzanlagen.

Das Besondere an dem Projekt ist, dass keine klassischen Immobilienentwickler dahinterstehen. "Wir kommen ja beide nicht aus der Branche, deshalb haben wir sofort Hilfe von Experten gesucht. Unsere Architekten sind Vorreiter im nachhaltigen Bauen. Außerdem haben wir eine Rechtsberatung. So haben wir unser kleines Team zusammengestellt."
Mit ihrem Projekt haben die Initiatoren wohl einen Nerv getroffen. Mit der Stadt Eupen und der DG seien sie in regelmäßigem Kontakt, erklärt Mareike Lambertz: "Ich denke schon, dass man Interesse an dem Projekt hat, besonders weil wir die Straße später öffentlich machen wollen, damit eine sichere Verbindung nach Nispert geschaffen werden kann. Gleichzeitig ist es auch so, dass jeder sein eigenes Fachgebiet hat und man auf viele Dinge achten muss. Das ist die große Arbeit von uns als Projektentwicklern. Wir müssen allen irgendwie gerecht werden. Prinzipiell haben wir aber die Erfahrung gemacht, dass die Behörden positiv auf das Projekt reagieren und man den Mehrwert darin sieht."
Der Bauantrag für das neue Viertel liegt bei der Stadt Eupen aus. Bis zum 14. April können Bürger noch Kritik oder Unterstützung für das Projekt bekunden.
Anne Kelleter
Ich hoffe aus tiefstem Herzen, das das ein frühzeitiger Aprilscherz ist. Verkehrschaos wird es sein, dieser winzige Ort steht schon kurz vor einem Verkehrs Kollaps. So ein Projekt gibt , m.e. n, den Todesstoß. Außerdem stehen schon in Eupen Neubauten leer. Aachener Straße, Simar Straße..... wozu noch mehr?
Ich befürworte das Projekt komplett! Menschen, die unsere Stadt aufwerten wollen, fehlen hier ohnehin – wie schön, dass da so viel Herzblut rein geflossen ist. Und während das Leben ohnehin teurer wird, ist das doch ein schöner Lichtblick, dass die Wohnungen vor allem bezahlbar sein sollen. Go for it! Eupen braucht ganz ganz dringend einen Wandel und wieder ein Ort, an dem Leben stattfindet!
@Maria: Brauchst keine Angst haben, wenn du richtig gelesen hättest, würdest du sehen, dass das keine Straße für Durchfahrtsverkehr werden soll, sondern ein Wohnviertel.
Ein tolles Projekt! Es wäre schön, wenn es davon mehr gäbe! Da haben sich Menschen viele Gedanken gemacht, um fairen und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen. Hut ab!