Immer mehr Menschen ernähren sich pflanzlich - und genau diesen Wandel treibt auch das Unternehmen Castle Ingredients in Lontzen mit voran.
"Wir bei Castle haben uns auf die Verarbeitung pflanzlicher Proteine spezialisiert - sei es zur Geschmacksveränderung, Funktionsanpassung oder Leistungssteigerung", erklärt Paul Mauhin, zuständig für Innovation und Strategie bei dem Unternehmen. "Wir unterstützen Unternehmen beim Wachstum und bieten funktionelle Zutaten in Form von Mehl an, die in der Lebensmittelindustrie Verwendung finden, beispielsweise als Ei-Ersatz in Soßen oder zur Verbesserung bestimmter Eigenschaften beim industriellen Backen."
Castle Ingredients ist Teil der Castle Group mit mehreren Standorten - darunter auch ein Werk in Hombourg, in dem zum Beispiel Milchpulver hergestellt wird. Dass sich das Unternehmen in Lontzen angesiedelt hat, hat mehrere Gründe.
"Erstens liegt es im deutschsprachigen Teil des Landes und wir wussten schon, dass es dort gut klappen wird. Meine ersten Fabriken befanden sich im Hennegau. Es ist dort nicht immer so einfach wie hier", so Jean-Louis Dourcy, CEO von Castle Ingredients. "Und zweitens war es das einzige Grundstück, das wir in Bezug auf die Größe brauchten, da wir mindestens 50.000 Quadratmeter benötigten. Und hier haben wir 68.000 Quadratmeter zur Verfügung."
Auch logistisch ist der Standort gut gewählt: Die direkte Autobahnanbindung erleichtert die Lieferung. Und für die Deutschsprachige Gemeinschaft ist die Ansiedlung eines solchen Unternehmens ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. "Der Standort ist nicht nur für Ostbelgien oder die Wallonie interessant, sondern auch international. Zum Beispiel durch die Nähe zum Antwerpener Hafen, aber auch für die nordischen Länder, die zum Beispiel da ihre Produkte entwickeln und bevor sie dann in den Süden exportieren, die Firma hier als Zwischenstandort nutzen."
Für die pflanzenbasierten Zutaten nutzt Castle Ingredients verschiedene Rohstoffe - etwa Getreide, Mungobohnen oder sogar Algen. Daraus entstehen unter anderem Ei-Alternativen. Auch Kakaoersatz gehört zum Sortiment. Beliefert werden sowohl große Firmen als auch kleinere Betriebe wie Bäckereien.
Bei der Verarbeitung der Rohstoffe kommen verschiedene innovative Technologien zum Einsatz."Wir setzen eine Wärmebehandlung ein, durch die wir Aroma und Geschmack der Rohstoffe verändern", so Mauhin. "Zusätzlich werden die Rohstoffe gemahlen und mikroverarbeitet. Dadurch werden sie in sehr kleine Partikel zerlegt, was zu einer deutlich höheren Leistung führt, als wenn sie im Ganzen verwendet würden."
Für die Zerkleinerung kommen unter anderem sogenannte "Jet Mills" zum Einsatz - Maschinen, die sonst vor allem in der Pharmaindustrie verwendet werden und Partikel auf unter zehn Mikrometer zerkleinern können. In den Lagerhallen der Firma kommen auch Roboter zum Einsatz, die Verpackungsarbeiten übernehmen. Ein weiterer besonderer Aspekt: Die Standorte in Lontzen und Hombourg sind energieautark. Der gesamte Strombedarf wird durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern gedeckt.
Neben einzelnen Zutaten produziert Castle Ingredients für einige Kunden auch fertige Produkte - inklusive Verpackung. "Wir verfügen über eine komplette Produktionslinie für Frühstückscerealien, in der wir Granola, Porridge und zukünftig auch Puffreis herstellen, der in verschiedenen Supermärkten erhältlich sein wird. Wir arbeiten mit verschiedenen Herstellern zusammen, insbesondere mit der Marke Bamboo, die sich für gesündere Ernährung einsetzt. Neu im Sortiment sind unsere Frühstücksgetränke, die wir hier vor Ort produzieren. Die Firma Full'iz ist noch klein und steht kurz vor einem starken Wachstum in den kommenden Jahren."
Auch in Zukunft will Castle Ingredients den internationalen Lebensmittelmarkt von Lontzen aus mitgestalten.
Lindsay Ahn













