Ab dem 23. März wird eine beliebte Straße der Gemeinde Raeren zur Sackgasse. Die im Wald gelegene Straße "Breite Wege", die von vielen Autofahrern als schnelle Route in Richtung Eupen genutzt wird, muss für voraussichtlich zwei Monate komplett gesperrt werden.
Historische Bausubstanz am Limit
Grund für die Maßnahme ist der kritische Zustand der Straßenüberführung über die Eisenbahnlinie. Die Brücke stammt aus dem Jahr 1886 und hat somit rund 140 Jahre auf dem Buckel. Ein Blick unter das Bauwerk verdeutlicht den Ernst der Lage: Das Ziegelgewölbe weist massive Schäden durch einsickerndes Regenwasser auf. "Man sieht sehr gut, dass das Gewölbe durch Infiltrationen stark angegriffen ist", erklärt Bürgermeister Mario Pitz.
Vollsperrung unumgänglich
Da die Brücke sehr schmal ist, lassen sich die Arbeiten nicht bei fließendem Verkehr oder einspuriger Verkehrsführung durchführen. "Wir sind gezwungen, die Straße für die Dauer der Arbeiten voll zu sperren", so Pitz. Die Sperrung betrifft dabei nicht nur Autos. Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle ebenfalls nicht passieren.
Mobilitätsmessung nach der Sanierung
Die Gemeinde ist sich der Bedeutung der Strecke bewusst. Da die Straße oft als Ausweichroute genutzt wird, rollt hier besonders viel Berufsverkehr. Um in Zukunft fundierte Daten für den kommunalen Mobilitätsplan zu haben, waren eigentlich Verkehrszählungen geplant. Da die Eisenbahngesellschaft als Bauherr mit der Sanierung nun jedoch "vorgeprescht" ist, werden diese Messungen verschoben.
Sobald die Brücke wieder freigegeben ist und der Verkehr normal rollt, will die Gemeinde Raeren gemeinsam mit Eupen die genauen Nutzerzahlen ermitteln. Bis dahin gilt für alle Verkehrsteilnehmer: Ab dem 23. März deutlich mehr Zeit für den Weg zwischen Raeren und Eupen einplanen.
Manuel Zimmermann






