"Wie dankbar die Leute sind, das geht unter die Haut". Bernadette Hüwels ist immer noch beeindruckt. Menschen für Menschen hat in Äthiopien schon zahlreiche Schulen gebaut, meist so genannte Higher Primary Schools für Kinder bis 18 Jahre. Diesmal war der Anlass ein besonderer: Dank einer Erbschaft konnte "Menschen für Menschen" eine Berufsschule einrichten. Dort lernen junge Menschen künftig handwerkliche Berufe.
"Perspektiven schaffen"
In einer Zeit von drei Jahren können sie einen Beruf erlernen, in Metall- oder Holzverarbeitung, in Automechanik oder Elektrotechnik", erklärt Bernadette Hüwels. "So können sie selbstständig werden, Geld verdienen und sich eine Zukunft aufbauen."
Denn im Land fehlt der Mittelstand. Und damit für viele junge Leute eine echte Perspektive. Äthiopien ist riesig: 37 Mal größer als Belgien, dreimal größer als Deutschland. Mehr als 100 Millionen Einwohner leben dort, viele in abgelegenen Regionen. Da ist der Schulbesuch nicht selbstverständlich. "Die Möglichkeit, lernen zu können - hier ist das gang und gäbe. Dort machen sie lange Wege. Manchmal werden die Jugendlichen noch von Erwachsenen begleitet, weil sie die Wege gar nicht allein bewältigen können. Das können wir uns hier kaum vorstellen, welche Entfernungen das sind."
Begegnung mit einer Legende
Eine besondere Begegnung hat Bernadette Hüwels besonders berührt: Die Delegation traf Haile Gebrselassie, den ehemaligen Marathonläufer und Weltrekordhalter. "Das rührt mich jetzt noch. Dass er erscheint und sich für unser Engagement für sein Land bedankt, das hat mich zutiefst gerührt - ein Mensch, der weltbekannt ist. Er setzt sich auch für sein Land ein. Er ist Botschafter für 'Menschen für Menschen'. Er hat Hotels gebaut, um Arbeitsplätze zu schaffen. Er gibt auch die Hoffnung nicht auf. Auch er möchte sein Land aufblühen sehen."
Hilfe, die ankommt
Die Herausforderungen sind nach wie vor gewaltig, aber die Hilfe von "Menschen für Menschen" kommt dort an, wo sie gebraucht wird. Vor Ort arbeiten Einheimische im Projektbüro von Menschen für Menschen. Nach dem Bau der Schule stehen bereits die nächsten Projekte an: Es geht um Aufforstung und Zugang zu sauberem Wasser für Menschen und Landwirtschaft.
Nachwuchs gesucht
Bernadette Hüwels würde sich freuen, wenn sich neue Ehrenamtliche in Ostbelgien finden. Es lohnt sich, sagt sie: "Das zeigt uns, wie viel Kraft in der Zusammenarbeit, in Vertrauen und langfristigem Engagement liegen. Das gibt wieder neuen Mut. Jede Spende, jede Hilfe und jedes Engagement trägt dazu bei, dass Kinder lernen können, junge Familien sauberes Wasser haben und junge Menschen eine Zukunft aufbauen können. Wir können dankbar sein, wenn wir so etwas unterstützen können. "
Wer die Arbeit von Menschen für Menschen unterstützen möchte, kann sich an das lokale Büro in St. Vith wenden, in der Major-Long-Straße 28 in St Vith oder per Mail an info@menschenfuermenschen.be. Informationen gibt es auch auf der Webseite von Menschen für Menschen.
Gaby Zeimers


Während die Menschen hierzulande gutgläubig spenden, gibt es bewaffnete Konflikte in Äthiopien. Die Regierung hat Geld für Waffen, das sonstwo fehlt.
Entwicklungshilfe sehe ich skeptisch. Nicht gute Werke bringen ein Land voran, sondern Wirtschaftswachstum.