Seit inzwischen zwölf Jahren arbeitet Cornelia Keutgen in leitender Funktion an der AHS: zunächst als Fachbereichsleiterin der Gesundheits- und Krankenpflegewissenschaften, nach dem Tod des AHS-Gründungsdirektors Stephan Boemer im Jahr 2021 als Direktorin der Hochschule. Schon im September letzten Jahres hatte Keutgen dem Verwaltungsrat mitgeteilt, dass sie ihr Mandat nicht verlängern wird. Neben den beruflichen Herausforderungen der vergangenen Jahre nennt sie auch familiäre Gründe.
"Ich werde im Sommer 60. Was natürlich kein Alter ist, aber doch auch eine Gelegenheit, Prioritäten noch einmal neu zu setzen. Mein Mann ist mittlerweile im Ruhestand und ich merke auch zunehmend, wie sehr ich mir wünsche, mehr Zeit mit meiner Familie, mit meinem Mann und meinen Töchtern zu verbringen. Aber auch vor allem mit unseren Enkelkindern. Diese Momente sind für mich kostbar und ich möchte sie nicht mehr länger aufschieben."
Keutgen habe gespürt, dass es an der Zeit sei, das Amt abzugeben. Besonders wichtig sei ihr dabei gewesen, die Entscheidung selbstbestimmt zu treffen. Mit dem Abschied aus dem Amt geht es für die Direktorin aber noch nicht in den Ruhestand. Stattdessen wird sie ab September als Dozentin ohne leitende Funktion und in anderen Bereichen in Vollzeit an der AHS tätig sein. Wenn gewünscht, werde sie ihre Erfahrungen gerne an die Nachfolge weitergeben.
In ihrer Zeit als Direktorin habe es viele wichtige, aber auch herausfordernde Momente gegeben, sagt die 59-Jährige. "Gerade zu Beginn meiner Amtszeit war das doch sehr anspruchsvoll, weil keine geordnete Übergabe stattfinden konnte und mir dann auch Strukturen fehlten, die wir dann zunächst wieder neu aufbauen mussten. Hinzu kamen dann auch längere personelle Ausfälle auf der Führungsebene, die gerade eine kleine Hochschule wie die AHS stark spürt. Gleichzeitig war es eine sehr prägende und vor allem auch schöne Zeit, in der wir gemeinsam viel bewegen konnten."
Dankbar blickt Cornelia Keutgen auch auf die herausragenden Projekte der letzten Jahre zurück. Dazu zählen unter anderem der Start der neuen und reformierten Studiengänge in den Bildungswissenschaften, die Etablierung des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit und die anstehende Reform in der Krankenpflege mit dem neuen Berufsprofil des Krankenpflegeassisstenten.
Auch das 20-jährige Jubiläum der AHS im letzten Jahr sei ein besonderer Meilenstein gewesen, der noch einmal gezeigt habe, welchen Weg die Hochschule gegangen und wie stark sie in der Region verankert sei.
Für die Zukunft sieht Keutgen die Autonome Hochschule gut aufgestellt. Erst vor einigen Tagen hatte die AHS die Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen in der Lehrerausbildung bestätigt. "Besonders hervorzuheben ist für mich immer, dass unsere Studiengänge und auch die Studierenden auf einen Beruf in Ostbelgien vorbereitet werden, aber auch darüber hinaus die Möglichkeiten haben, an der AHS Zusatzausbildungen und Fachtitel zu absolvieren. Wir berechtigen natürlich auch die Studierenden dazu, Masterstudiengänge im In- und Ausland aufzunehmen, was ich doch sehr wertvoll empfinde."
"Natürlich ist eine Hochschule niemals 'fertig', sondern in einem ständigen Entwicklungsprozess und einem ständigen Wandel. Aktuell stellt natürlich der Umgang mit künstlicher Intelligenz eine der größten Herausforderungen der Zukunft dar, es wird aber mit Sicherheit nicht die letzte sein. In diesem Sinne wünsche ich mir, dass die AHS ihre offene Perspektive beibehält und flexibel auf neue Anforderungen reagiert."
Auch der gute Start der reformierten Studiengänge zeige, dass die Hochschule die gesellschaftlichen Entwicklungen aktiv aufgreife und für die Zukunft besser gerüstet sei, so Keutgen. Derzeit ist die Stelle der Direktion ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endet am 30. März. Wer die Leitung der AHS im September übernehmen wird, soll voraussichtlich im Mai bekanntgegeben werden.
Lindsay Ahn