In Zeiten von Inflation und Sparmaßnahmen zieht die Kultur oft den Kürzeren. "Die Kosten steigen und die Finanzierung ist sehr schwierig", erklärte der Geschäftsführer, René Janssen, bei der Pressekonferenz zur Programmvorstellung. "Das Publikum wird das dieses Jahr aber noch nicht spüren. Wir haben uns nicht eingeschränkt, weil wir glauben, dass es wichtig ist für die Bevölkerung, Live-Musik ohne Eintritt genießen zu können. Das zieht auch viele Menschen aus der Region an und ist ein riesiges Aushängeschild für Eupen und für Ostbelgien."
Das Problem: Bei steigenden Kosten sinken die Einnahmen aus Sponsoring und von der öffentlichen Hand. Die Subsidien der DG gleichen die Inflation nicht aus, auch wenn sie dieses Jahr leicht steigen. Das können die Veranstalter laut eigener Aussage noch nachvollziehen. Anders ist das bei den Subsidien der Stadt Eupen. Laut dem Eupener Bürgermeister Thomas Lennertz sollen alle kulturellen Großveranstaltungen gleich behandelt werden. Das bedeutet weniger Geld für den EMM.
"Wir haben das Mitte Dezember erfahren, ohne Vorankündigung, dass der Zuschuss von 8.500 auf 2.500 Euro gekürzt wird. Wir sprechen jetzt drüber, weil wir da im Dezember keine Polemik drum machen wollten. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, weil jetzt das Programm vorgestellt wird."
"Ich habe den Eindruck, dass bei den Zuschüssen für Kulturveranstaltungen Dinge miteinander verglichen werden, die eigentlich nicht vergleichbar sind", meint Janssen. "Weil der Eupen Musik Marathon von der Anzahl Besucher, der Qualität und der Tatsache, dass er durch den freien Eintritt sozial verträglich ist, eigentlich nicht vergleichbar ist und herausragt."
Hinzu kommt für ihn, dass die Stadt nicht nur den Zuschuss für den EMM gekürzt hat, sondern auch andere Beträge. Insgesamt fallen die Subsidien, die die Stadt dem Kulturveranstalter jährlich zahlt, um fast 50 Prozent auf insgesamt 12.700 Euro. Trotz des Ärgers bleibt Chudoscnik gesprächsbereit. "Wir wünschen uns, dass die Stadtverantwortlichen auf uns zukommen, um noch einmal über die Subsidien zu reden", hieß es.
Anne Kelleter