Gebaut wurde die Brücke "Zur Bannmühle" vor über 110 Jahren. Inzwischen ist der Bau in die Jahre gekommen. Aus diesem Grund hat die Straßenbauregie sie für den Autoverkehr gesperrt. Für die Gemeinde Büllingen zieht das einige Probleme mit sich.
"Das Tragische ist, dass zwei Häuser, die zu Büllingen gehören, komplett vom Dorf abgeschnitten sind und dass der Ravel an dieser Stelle auch nicht mehr funktionieren kann ", so Bürgermeister Rainer Stoffels.
Die Gemeinde steht in Kontakt mit den betroffenen Anwohnern. Sie müssen seit einem Jahr einen unpraktischen Umweg über Hünningen machen, um Büllingen zu erreichen.
Für den Ravel wurde kurz vor der Brücke eine Umleitung eingerichtet. Sie führt die Nutzer des Fuß- und Radweges über die Brücke und im Anschluss zurück auf den Ravel. Immer wieder ignorieren Menschen die Umleitung jedoch - werfen die Absperrungen zum Beispiel einfach um.
"Man kann verstehen, dass die Leute verärgert sind, aber in dieser Situation müssen wir leider das Teilstück sperren, weil es einfach zu gefährlich ist. Steine können sich von der Brücke lösen und auf den Weg stürzen", warnt Bauschöffe Andreas Pflips.
Mit der Straßenbauregie haben im Laufe des letzten Jahres intensive Gespräche stattgefunden. Dabei standen mehrere Möglichkeiten zur Diskussion - unter anderem ging es um Reparaturarbeiten der Brücke. Auch ein Neubau stand zur Debatte.
Eine Variante hatte sich schließlich herauskristallisiert: Eine rund 150 Meter lange Rampe, die aus Büllingen kommend am Ravel entlangführt und den Fuß- und Radweg schließlich kreuzt. Dieser Lösungsansatz habe den Vorteil, dass der Ravel nicht umgelegt werden müsse und auch vom Niveau her gleich bleibe. Eigentlich sollte die SPW die Arbeiten übernehmen, Ende Februar kam jedoch überraschend die Absage von der Wallonischen Region.
"Wie so oft stellte sich dann schlussendlich heraus, dass die Gelder nicht da sind. Die SPW hat dann gesagt, dass sie die Brücke abbauen können, aber kein Ersatz kommen würde. Das wollen wir als Gemeinde Büllingen nicht, weil wir die Anbindung an die Ortschaft weiterhin haben wollen", sagt Pflips.
Die Gemeinde will die Arbeiten deshalb selbst übernehmen. Kein leichtes Unterfangen, denn die Brücke und der Streifen, auf dem der Weg entstehen soll, gehören nicht der Gemeinde. Deshalb setzt Büllingen auf die Unterstützung der SPW.
"Die Wallonische Region hat ein Erbbaurecht an der Brücke und an dem Teilstück. Wir führen da aktuell Gespräche, und dort könnte eine Lösung gefunden werden. Es ist aber klar, dass wir die Hilfe der Wallonischen Region nötig haben werden. Sie hat bei den Planungen schon Analysen gemacht und Pläne erstellt. All dies müssen wir erhalten, damit wir voran kommen", so Bürgermeister Stoffels.
"Zudem brauchen wir die Unterstützung der Wallonischen Region bei den verschiedenen Anträgen, die wir stellen müssen. Das ist komplex. Hier geht es nicht nur um einen Bauantrag, hier geht es auch um das Wegerecht. Das sind komplexe Vorgänge, die das Ganze in die Länge ziehen werden, aber das sind Wege, die wir machen und da haben wir unbedingt die Hilfe der Wallonischen Region nötig."
Das Ziel der Gemeinde ist klar: Die Arbeiten an der Brücke sollen so schnell wie möglich starten, damit sowohl die Anwohner als auch die Ravel-Nutzer bald wieder schnell und sicher in Büllingen unterwegs sein können.
Lindsay Ahn


