Zu Beginn der Sitzung teilte Bürgermeister Patrick Thevissen mit, dass das Gemeindehaus am Donnerstag, dem 12. März, geschlossen bleibt. Hintergrund ist der nationale Streiktag, an dem sich auch Mitarbeiter der Verwaltung beteiligen werden. Da aktuell bereits fünf der elf Beschäftigten krankgemeldet sind, habe man sich entschieden, das Gemeindehaus an diesem Tag vollständig zu schließen.
Bericht der Örtlichen Kommission für ländliche Entwicklung
Der Gemeinderat nahm zudem den Jahresbericht 2025 der Örtlichen Kommission für ländliche Entwicklung (ÖKLE) zur Kenntnis. Das Projekt zur Gestaltung des Dorfkerns von Astenet wurde vorerst zurückgestellt. Die Kommission möchte das Vorhaben überarbeiten und dabei auch eine Studie von Studenten der RWTH Aachen abwarten, deren Ergebnisse in die Planung einfließen sollen.
Noch in diesem Jahr soll hingegen die geplante Fuß- und Radverbindung zwischen der Hellendergasse und der Rottdriescherstraße angegangen werden.
Darüber hinaus sind weitere Projekte vorgesehen. Geplant ist unter anderem ein Fuß- und Radweg in Walhorn zwischen der Molkerei und der Kreuzung Johberg. Die Kosten werden auf rund 650.000 Euro geschätzt. Außerdem soll rund um den Bahnhof von Herbesthal ein Freizeitbereich entstehen. Für dieses Projekt sind etwa 500.000 Euro vorgesehen.
Beide Vorhaben werden in diesem Jahr von der ÖKLE ausarbeitet und bei der Wallonischen Region eingereicht.
Leichtbauhalle für den Bauhof sorgt erneut für Diskussion
Für eine langanhaltende Debatte sorgte erneut das Projekt rund um den Bau einer Leichtbauhalle auf dem Gelände des Bauhofs. Die Gemeinde stellt zunächst 10.000 Euro bereit, um einen Projektautor zu bezeichnen, der das Lastenheft ausarbeiten soll.
Die Opposition kritisierte das Vorhaben wieder deutlich. Ihrer Ansicht nach fehle es dem Projekt an langfristiger Planung. In der Diskussion fielen dabei auch Vergleiche wie "Kuhstall" oder "Carport".
Ratsmitglied Yannick Heuschen (Ecolo) stellte grundsätzlich infrage, ob der Bauhof weiterhin im Zentrum von Herbesthal bleiben sollte. Der aktuelle Standort sei aus seiner Sicht verschwendeter Lebensraum.
Auch Roger Franssen (Union) forderte ein umfassendes Konzept für die Entwicklung von Herbesthal. Er sprach sich für einen Masterplan aus und lud zu einer gemeinsamen Ausschusssitzung ein, um ein Globalkonzept auszuarbeiten.
Bürgermeister Patrick Thevissen entgegnete, dass die langfristigen Visionen auf die aktuelle Realität treffen würden. Der Bauhof brauche dringend zusätzlichen Platz und dieser solle nun geschaffen werden. Die geplante Leichtbauhalle sei keine endgültige Lösung, sondern könne bei Bedarf wieder abgebaut werden – etwa falls auf dem Gelände künftig Wohnraum entstehen sollte.
Im Zusammenhang mit dem Projekt fragte Vanessa Hagelstein-Schmitz (Union) nach dem Abriss des sogenannten Eilgutgebäudes. Auf der frei werdenden Fläche soll die Leichtbauhalle entstehen. Bauschöffe Werner Heeren (Energie) erklärte, dass hierzu Gespräche mit der SNCB laufen. Während der Abrissarbeiten dürften keine Züge verkehren. Der Abriss solle jedoch in Kürze stattfinden, möglicherweise noch im März.
Bei der Abstimmung über die Bezeichnung des Projektautors verließ die gesamte Union-Fraktion demonstrativ den Sitzungssaal.
Dogan Malicki