Zonenleiter Daniel Keutgen zog am Montag eine Bilanz, mit positiven und negativen Verschiebungen. Ein Erfolg zeichnet sich bei den Wohnungseinbrüchen ab: Mit 106 registrierten Fällen in Eupen, Raeren, Kelmis und Lontzen gab es 81 Taten weniger als im Vorjahr.
Im Gegenzug verlagert sich die Kriminalität zunehmend in den digitalen Raum. Die Informatikkriminalität (insbesondere Phishing) nimmt seit Jahren zu, wobei die Polizei von einer hohen Dunkelziffer ausgeht, da viele Betrugsversuche nicht gemeldet werden. Insgesamt verzeichnete das Kriminalitätsbarometer 2.599 Fälle - ein leichter Anstieg zum Vorjahr, aber deutlich unter dem Wert von 2023.
Radar-Offensive: 8.000 Anzeigen mehr als im Vorjahr
Auffällig ist der massive Sprung bei den Geschwindigkeitsübertretungen. 27.293 Mal blitzte es in der Zone - rund 8.000 Mal mehr als im Vorjahr. Laut Keutgen hat dies zwei handfeste Gründe: Der Verkehrsdienst ist komplett besetzt, was mehr mobile Kontrollen ermöglicht. Zudem greift die Polizei seit einem Jahr nur noch auf die rein technische Toleranz zurück, was die Anzahl der registrierten Verstöße erhöht.
Trotz der Kontrollen bleibt die Bilanz im Straßenverkehr ernst: Ein Todesopfer und 16 Schwerverletzte waren im Jahr 2025 zu beklagen.
Sicherheit durch Technik: Kameras und Ermittler
Als Präsident des Polizeirats gibt Eupens Bürgermeister Thomas Lennertz strategische Zielsetzungen vor: Das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger soll weiter gestärkt werden. Lennertz kündigte den Ausbau der Videoüberwachung an. Das Projekt soll der Polizei helfen, Täter bei Drogenkriminalität oder Körperverletzungen schneller zu überführen. Auch Kelmis und Raeren beteiligen sich an dieser Strategie.
Parallel dazu sucht die Föderale Polizei Verstärkung im Kampf gegen organisierte Kriminalität. In Eupen sollen vier neue Finanzexperten eingestellt werden, um gezielt gegen Geldwäsche und Wirtschaftskriminalität vorzugehen.
Neues Polizeizentrum ab 2030
Auch infrastrukturell stellt sich die Zone neu auf. Nachdem im letzten Jahr das ehemalige "Autosecurité-Gelände" an der Vervierser Straße erworben wurde, geht das Projekt nun in die Vergabe- und Studienphase. Wenn alles nach Plan läuft, ist der Baubeginn für 2028 vorgesehen, die geplante und erhoffte Fertigstellung 2030, sagt Zonenleiter Daniel Keutgen.
Einige Zahlen im Überblick (2025):
⦁ Gesamtstraftaten: 2.599
⦁ Geschwindigkeitsanzeigen: 27.293
⦁ Wohnungseinbrüche: 106 (Rückgang um 81)
⦁ Häufigste Delikte: Diebstahl und Erpressung (568 Fälle)
Manuel Zimmermann