Grundsätzlich gilt: Wer eine Reise bei einem Reiseveranstalter bucht, muss sich um nichts kümmern und auch nichts bezahlen. Der Reiseanbieter übernimmt Hotel- und Verpflegungskosten und ist auch für die Organisation einer sicheren Rückreise verantwortlich.
Anders sieht es aus, wenn man eine Reise auf eigene Faust gebucht hat. Dann bekommt man in der Regel nur die Kosten für den ausgefallenen Flug von der Airline zurück. Es gibt aber auch für diese Menschen einen Lichtblick: Die Emirate haben angekündigt, zumindest vorerst die Hotelkosten zu übernehmen. Ein Rückflug muss allerdings selbst bezahlt werden, erklärt David Bocher vom Reisebüro Orion in Eupen. Er muss aktuell sechs eigene Kunden betreuen, die sich derzeit in den Emiraten aufhalten. Ein Pärchen sitzt in Dubai, die anderen vier auf einem Kreuzfahrtschiff in Abu Dhabi.
"Heute Morgen haben wir Kontakt zu denjenigen aufgenommen, die noch vor Ort sind. Natürlich sind wir auch psychologisch für die Leute da, um zu sagen: Hier ist jemand, der weiß, dass ihr da seid, und der sich um euch kümmert", sagt Bocher. "Wir versuchen, uns einmal am Tag zu melden, um zu fragen, wie es den Menschen geht, und um Informationen zu übermitteln. Nicht alle haben Zugang zum Internet und wissen, wie die aktuelle Lage ist." Viel mehr kann David Bocher mit seinem Team noch nicht tun. Sie müssen warten, bis der Luftraum wieder freigegeben ist, bevor sie die Rückreisen organisieren können.
Die vergangenen Tage haben ihn die eine oder andere Stunde Schlaf gekostet. "Am Samstag sollte eigentlich eine Gruppenreise mit 84 Personen nach Dubai starten. Als ich am Samstagmorgen die Nachrichten einschaltete, dachte ich: 'Oh mein Gott, das Wochenende wird lang und hart.' Die Leute standen auch schon an der Bushaltestelle auf dem Weg zum Flughafen. Gott sei Dank konnten wir die Reise noch rechtzeitig stornieren."
Ansonsten rufen pausenlos Menschen in seinem Reisebüro an und fragen, ob ihr gebuchter Urlaub stattfinden kann. Für alle, die in naher Zukunft fliegen, steht fest, dass die Reise storniert wird.
Sobald sich die Lage wieder entspannt und der Luftraum geöffnet wird, werden schnellstmöglich die Flugtickets zurück nach Europa gebucht. Laut David Bocher wird der Ansturm auf diese Tickets aber groß sein, sodass es auch dann ein paar Tage dauern kann, bis alle in einem Flieger nach Hause sitzen.
Alle Betroffenen im Ausland sollten sich bei Travelers online, einer Seite des belgischen Außenministeriums, registrieren. Über diese Registrierung hat die Regierung einen Überblick über alle Belgier im Ausland und deren Aufenthaltsort.
Annika Deist