Wenn man sich mit der Recruiting-Expertin Severine Fiegler unterhält, bekommt man den Eindruck: Die Zukunft ist da. KI-Bewerbungsgespräche sind zwar noch selten, aber es gibt sie. Wer sich darunter eine kalte Roboterstimme à la 90er Jahre vorstellt, liegt falsch.
"Es gibt viele Situationen, in denen sich die Bewerber anschließend bei der KI für das angenehme Gespräch bedanken, weil sie sie vermenschlichen", sagt Fiegler. "Es fühlt sich einfach natürlich an. Manchmal gibt es noch gewisse Zeitverzögerungen, weil die KI denken muss - aber auch das wird immer besser."
Danach fasst die KI die wichtigsten Ergebnisse aus dem Gespräch zusammen. Severine Fiegler würde sie damit eine Menge Arbeit abnehmen. Sie arbeitet für ein großes, internationales Technologieunternehmen. Ihr Job ist es, Menschen einzustellen - und das können pro Jahr gerne mehrere Tausend sein. Laut ihr hat die KI aber auch Grenzen. "Die KI wählt am Ende nie aus. Sie kann nur versuchen, eine neutrale Beurteilung zu treffen. Die letzte Entscheidung liegt immer beim Menschen. Das würden wir auch gar nicht zulassen."
Als Bewerber müsse man sich keine Sorgen machen. Im Gegenteil: Auch für Bewerber gibt es Vorteile. "Der KI ist es total egal, ob der Name anders klingt, die Hautfarbe oder das Geschlecht anders sind. Die KI geht nur nach Fähigkeiten." Es ist ihr auch egal, ob jemand Bewerber Nr. eins oder Bewerber Nr. 100 ist - auch spät am Abend wird sie nicht müde und hört jedem aufmerksam zu. Nach dem Einsatz von KI würden sich tendenziell sogar immer mehr Frauen bewerben als vorher, so Severine Fiegler.
Wer mehr über die Fachkräftegewinnung mit KI erfahren möchte, für den lohnt sich ein Besuch beim Seminar in Eupen. Es findet am Dienstag, 3. März, bei der WFG Ostbelgien in Eupen statt. Informationen zur Anmeldung gibt es auf der Webseite der Wirtschafts- und Regionalförderung.
Annika Deist