Schon bei der Begrüßung ist die Freude bei den Kindern und Senioren deutlich zu spüren. Jeder Teilnehmer des Projekts wird in dem Lied namentlich erwähnt und willkommen geheißen. Dieser Montagnachmittag steht ganz im Zeichen des Karnevals - mit bunten Kostümen, einem karnevalistischen Memory und einer gemeinsamen Bastelaktion: Passend zur fünften Jahreszeit entstehen Clownsmasken aus Pappe und buntem Krepppapier, an denen Jung und Alt gemeinsam arbeiten.
Organisiert wird die inklusive Generationsbrücke von Alteo, Ocarina, dem Dorfhaus Eynatten und dem ZFP. Seit Oktober treffen sich Kinder und Senioren einmal im Monat. Zu Beginn des Schuljahres wurden sie in feste Zweiergruppen eingeteilt - Duos, die sich gut ergänzen und für die diese Begegnungen schnell sehr wichtig geworden sind. "Wir finden es ganz toll zu sehen, wie die Verbindung dieser Pärchen auch noch nach dem Schuljahr bestehen bleibt", erklärt Laura Crott von Ocarina. "Wir hören aber auch in der Nachbereitung oder auch in den Evaluationen, dass die Lehrer ihre Kinder noch einmal ganz anders wahrnehmen. Aber auch die Koordinatorinnen vom Dorfhaus, ihre Senioren hier in der Gruppe, das ist total schön zu sehen. Beide Seiten profitieren sehr von dem Austausch."
Bereits zum zweiten Mal findet die inklusive Generationsbrücke statt. Entstanden ist die Idee aus früheren Projekterfahrungen. "Die Idee ist daraus entstanden, dass ich die Generationsbrücke auch früher auf meiner alten Arbeitsstelle mit Senioren und Regelschülern gemacht habe und ich jetzt als Freizeitkoordinatorin für Menschen mit einer Beeinträchtigung das Ganze nochmal in inklusiver Art anbieten wollte", so Claudia Kalff von Alteo. "Meine Kollegin Laura Crott und ich sind dann auf die Idee gekommen, das mit Kindern mit einer Beeinträchtigung und Senioren zu machen."
Sowohl das Dorfhaus Eynatten als auch das ZFP erklärten sich schnell bereit, bei dem Projekt mitzumachen. Nach einer Weiterbildung bei der Generationsbrücke Deutschland im Jahr 2023 startete im September 2024 die erste Ausgabe - mit großem Erfolg. Für die zweite Auflage gab es bei den Senioren sogar eine Warteliste. "Das erste Jahr wussten die Senioren noch nicht genau, worum es ging. Aber im zweiten Jahr war es gar kein Problem. Es hatte sich da schon unter den Senioren herumgesprochen und es gab auch einige Senioren aus dem Jahr davor, die wieder mitmachen wollten. Wir wollten aber natürlich auch neuen Menschen die Möglichkeit geben, daran teilzunehmen. Deshalb sind das alles hier neue Teilnehmer. Die Gruppe war sofort voll."
Auch auf der Seite der Kinder gab es großes Interesse. "Alle sind mit Herzblut dabei, das ist einfach wunderschön anzusehen", so Kalff.
Zu den teilnehmenden Seniorinnen gehört in diesem Schuljahr auch Martina Palenberg. Für sie ist das Projekt ein wichtiges Zeichen für gelebte Inklusion. "Inklusion ist das wichtigste Thema in unserer Gesellschaft, wir dürfen die Kleinen nicht vergessen, aber auch die Großen nicht und die werden hier wunderbar zusammengeführt und das Miteinander ist wichtig im ganzen Leben - es geht immer nur um das Miteinander und vor allem darum, die Schwächsten der Gesellschaft zu begleiten. Das ist ein Muss."
Auch Irmgard Paulus-Keutgen ist dankbar für die Nachmittage, die sie mit den Schülern verbringen darf. "Wenn man älter wird, dann hat man manchmal den Eindruck, nicht mehr so gebraucht zu werden. Man sitzt zu Hause, die jungen Leute haben ihr Leben und hier kommt etwas zurück und das wärmt das Herz. Die Freude, die wir schenken, kehrt ins eigene Herz zurück. Deshalb habe ich mich dafür interessiert und kann nur an alle anderen sagen: Wenn nächstes Jahr wieder der Aufruf kommt, bitte meldet euch."
Nicht zuletzt profitieren natürlich auch die Kinder von der inklusiven Generationsbrücke. Der neunjährige Jacey hat besonders viel Spaß an den gemeinsamen Aktivitäten und daran, dass es in der Gruppe immer etwas zu lachen gibt.
Nachdem alle ihre Clownsmasken fertiggestellt haben, neigt sich der gemeinsame Nachmittag langsam dem Ende zu. Für viele Teilnehmende steht fest: Die Zeit ist wieder einmal viel zu schnell vergangen. Doch was bleibt, sind schöne Erinnerungen - und die Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen.
Lindsay Ahn





