"Was wir als Klimawandel bezeichnen, ist eigentlich der Beginn des Planeten, sich der Spezies Mensch zu entledigen. Wenn wir es nicht schaffen, uns anders zu verhalten und anders zu wirtschaften, ist die Überlebensmöglichkeit des Menschen begrenzt auf diesem Planeten." Diese Schlussfolgerungen waren für Georg Krekeler der Auslöser für seine Initiative "Zukunftsalmanach", eine Suche nach Möglichkeiten, eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.
Bei den internationalen Klimaverhandlungen habe er festgestellt, dass nicht über die Themen gesprochen werde, über die man sprechen müsse, "nämlich über das Zivilisationsmodell und die Wirtschaftslogik des unendlichen Wachstums, was nicht möglich ist", so Krekeler. "Die große Gefahr ist, dass man durch Resilienz, durch Adaptation versucht, sich anzupassen. Aber ich glaube, die Frage ist, woher kommt denn der Klimawandel? Er ist vom Menschen gemacht und man muss die Frage stellen, was die Ursache ist. Sonst kurieren wir Symptome und das geht ins Auge."
Dem Klimawandel durch eine Transformation unserer Gesellschaft begegnen - dafür wirbt der Zukunftsalmanach. Dies erfordere ein Umdenken und praktische Veränderungen mit dem Ziel des Gemeinwohls und eines Lebens im Einklang mit der Natur. "Anstatt in der Theorie darüber nachzudenken, ist es interessanter, konkrete Beispiele zu nennen von Menschen in unterschiedlichen Bereichen, die anders wirtschaften, sich anders fortbewegen, teilen und anbauen. Positive Beispiele einer zukunftsfähigen Zukunft in der Gegenwart", sagt Georg Krekeler.
Es waren zunächst Geschichten aus den Andenländern Bolivien, Peru, Ecuador und Kolumbien, mittlerweile kommen sie auch aus Mittelamerika, Indien und Europa. Über die Webseite und die sozialen Medien erreicht der Zukunftsalmanach inzwischen Menschen in fast 100 Ländern. "Wen wir erreichen möchten, das sind vor allem Menschen, die sich bisher nicht davon überzeugen konnten, dass es auch anders geht. Beispielsweise diese Wachstumsidiotie oder eine wahnsinnige Exportorientierung - wir kriegen ja gerade mit, was das nach sich zieht. Es geht nicht darum, nicht mehr zu wirtschaften oder den Markt und den Kapitalismus zu verteufeln, sondern sich zu überlegen, wie man mit anderen Prioritäten wirtschaften kann."
Im Zukunftsalmanach geht es nicht um die große Transformation, sondern um den Beginn im Kleinen auf lokaler Basis. Die Geschichten des Gelingens sollen Ansporn sein, nicht zum Nachahmen, sondern zum Umdenken. Georg Krekeler nennt als Beispiel die Solidarische Landwirtschaft, die es in Europa schon gibt, in Lateinamerika aber noch nicht so funktioniert. Solche Konzepte seien auch dankbar, um Debatten und Diskussionen in Gang zu setzen.
Mit Podcasts will das Team des Zukunftsalmanachs auch deutschsprachige Zuhörer erreichen - zum Beispiel mit der Geschichte von Gregor Schäpers in Mexiko. Er beschreibt, wie die traditionellen Methoden der Agavenbewirtschaftung dort oft als rückständig angesehen werden, obwohl sie eine nachhaltige Form der Landwirtschaft darstellten. Durch innovative Ansätze und die Nutzung erneuerbarer Energien erlebe die Agave jetzt eine Renaissance und Schäpers schaffe es, ökologische und ökonomische Vorteile zu verbinden.
Georg Krekeler ist überzeugt: "Es gibt viele solcher Geschichten des Gelingens. Doch oft sind sie nicht bekannt. Gerade die positiven Nachrichten kommen meistens zu kurz. Man sollte versuchen, diese Nachrichten bekannter zu machen und den Funken überspringen zu lassen, dass wir uns im positiven Sinne anstecken und motivieren lassen, um zu sagen: Es geht auch anders".
Ausführliches Radio-Interview mit Georg Krekeler im Player:
Michaela Brück


Und warum verweigern die wirklich wohlhabenden und "Krisen-Überprofitierenden" EU-Länder um Deutschland herum diese Art der Begegnung mit den Nationen?
Wird noch immer das von der UNO ratifizierte Recht auf Gleichbehandlung der Voelker unabhängig von "Rasse", finanzieller Gesamtsituation und koerperlichem Wohlstand [Siegermächte gegen den Kriegsverlierer] "mit Füßen getreten"?
Der Vorwurf gegenüber 500 Jahre Nationalismus und Kolonialvergangenheit einiger EU-Länder ist hinreichend bekannt.