Markus Münch ist für sein Doktorat an der Universität in Minneapolis beschäftigt. Die ICE-Einsätze und die anschließenden Proteste beschäftigen auch die Ostbelgier. "Wir nehmen nicht an Protesten teil. Für Ausländer ist das zu gefährlich. Die Leute mit denen wir reden, die sagen auch, wir sollten es nicht riskieren", sagt Markus Münch.
Zu Beginn wussten die Ostbelgier gar nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollten. "Anfangs waren wir besorgt. Aber wir sind legal hier und tragen auch immer unsere Ausweise mit uns. Wir wohnen auch in einem Viertel, in dem es nicht viel für ICE zu suchen gibt", erzählt er.
Mit seinen Kollegen an der Uni redet Markus Münch sehr viel über das, was in der Stadt los ist. "An meiner Uni gab es einen Vorfall. Da ist ein chinesischer Student von ICE befragt worden. Soviel ich weiß, ist diese Befragung nicht so gut abgelaufen." Seitdem hätten asiatische Studenten und Kollegen Angst. Eine asiatische Kollegin habe so viel Angst, dass sie nur noch mit ihrem Mann, der Amerikaner ist, aus dem Haus geht.
Die Stimmung in der Stadt sei seit den Vorfällen auf jeden Fall anders - man merke, dass etwas los sei. "In den Geschäften sieht man Schilder mit 'ICE out' und man kann gratis Pfeifen mitnehmen, um andere vor ICE zu warnen."
Radio-Interview mit Markus Münch im Player:
Lena Orban


