Marode Mauern, kaputte Fenster und der Turm der Kapelle steht schief: Wer den Innenhof der Eyneburg betritt, merkt schnell, wie dringend die Arbeiten an dem historischen Gemäuer sind. Dass die Arbeiten nicht schon kurz nach dem Kauf der Burg vor einigen Jahren begonnen haben, sei einer gründlichen Vorbereitung der Arbeiten geschuldet gewesen.
"Es ging in einer ersten Phase erst einmal darum, mit einem Statiker eine Bestandsaufnahme zu machen", erklärt der Vorsitzende der Eyne GmbH, Daniel Hilligsmann. "Ganz konkret gibt es hier Teile des Gebäudes, die ganz unmittelbar einzubrechen drohen und Mauerwerke, an denen unmittelbar gearbeitet werden muss. Wir haben damals priorisiert und eine Liste der vorhandenen Schäden erstellen lassen. Und auf der Basis galt es dann erstmal nach öffentlichem Ausschreibungsrecht, ein Architektenteam und anschließend ein Bauunternehmen zu verpflichten, die jetzt heute die Arbeiten absolvieren."
Mit dem Beginn der Sicherungsarbeiten an der Eyneburg wurde unter anderem der Bewuchs an den Mauern entfernt - ein wichtiger Schritt, denn Kletterpflanzen beschädigen auf Dauer den Mörtel in den Mauern und machen sie so instabil. Inzwischen konzentrieren sich die Arbeiten vor allem auf die Abdichtung und Sicherung der Mauern und Dächer.
Von der umfassenden Renovierung der Burg sei man aber noch weit entfernt. "Die Burg wird am Ende dieser Arbeiten nicht schlüsselfertig sein. Es geht aktuell darum, die Burg in ihrer aktuellen Substanz abzusichern, also zu verhindern, dass sich der Zustand der Burg noch weiter verschlechtert. Wir haben Dächer abgestützt, wir haben Mauerwerke mit Planen versehen und Stützen an strategisch wichtigen Punkten platziert, um insgesamt die Substanz der Burg so abzusichern, wie sie heute ist."
Besonders problematisch sei die Kapelle der Eyneburg. Vor Beginn der Arbeiten bestand die Sorge, dass starker Regen oder Schneefall Teile des Gebäudes zum Einsturz bringen könnten. Das Dach wurde daher intensiv abgestützt und zusätzlich mit Planen abgedeckt, um weiteren Schäden vorzubeugen.
Im Anschluss an die Sicherungsarbeiten soll in einigen Monaten eine umfassende architektonische Studie folgen. "Da geht es darum, dass ein Architektenteam erstmal ein halbes Jahr in der Burg verbringen wird, um umfangreiche Bestandsaufnahmen, Studien und Vermessungen zu machen, die dann schließlich in eine größere Renovierung münden."
An dieser Stelle wird dann auch Investor Jean-Paul Biltiau aus Brüssel ins Spiel kommen. Ziel sei es nämlich weiterhin, die Eyneburg in einen historischen Erlebnispark zu verwandeln. Pro Jahr werden rund 50.000 Besucher erwartet. Im Hinblick auf hohe Besucherzahlen stellt aber nicht nur der aktuelle Zustand der Burg eine Herausforderung dar, sondern auch die Verkehrssituation. Zur Burg führt nur eine schmale Straße. Zudem gibt es keine Parkmöglichkeiten und auch die empfindliche Natur in der Umgebung gilt es zu schützen. Ein passendes Verkehrskonzept vorzuschlagen, liege in der Verantwortung des Investors, so Hilligsmann.
"Seitens der Eyne GmbH wird es in einer ersten Phase darum gehen, die Burg in eine Schlüsselfertigkeit zu versetzen, so dass der Investor mit seinen zweckbestimmten Transformationen beginnen kann. Das umfasst auch das Einholen aller notwendigen Genehmigungen: bei der Forstverwaltung, bei der Gemeindeverwaltung, bei der Raumordnung oder beim Denkmalschutz. All das sind Aspekte in der Verantwortlichkeit des Investors und auch auf Ebene dieses Mobilitätsaspektes wird der Investor uns einen Lösungsvorschlag vorlegen müssen. Da liegt es nicht auf unserer Seite, ein plausibles Konzept vorzuschlagen."
Wann die Renovierungsarbeiten an der Eyneburg abgeschlossen sein werden, lässt sich aktuell noch nicht sagen.
Lindsay Ahn











