Aktuell wird die erste Ausbauphase der Zone vier geplant. Die Bauarbeiten sollen Anfang April starten und bis Januar 2027 dauern. In dieser Zeit wird die Hauptzufahrtsstraße zur Zone vier verlängert und komplett erneuert. Die Straße zweigt von der Herbesthaler Straße ab und heißt Siebeponisweg.
Im Rahmen der Bauarbeiten wird die Straße von aktuell rund sechs auf rund zwölf Meter verbreitert. Das ist wichtig, damit der Verkehr später genug Platz hat. Außerdem werden Bürgersteige und Radwege angelegt, die Kanalisation vergrößert und es werden Baumaßnahmen durchgeführt, um das Stromnetz zu verstärken und den Hochwasserschutz zu verbessern.
Wie es danach weitergeht, hängt maßgeblich von den Unternehmen ab, die später dort "einziehen". Wer das sein wird, ist noch nicht klar. Die Interkommunale SPI, die das Projekt koordiniert, verhandelt zwar schon mit Interessenten, aber wollte bisher noch nichts Näheres dazu sagen.
Der Eupener Bürgermeister Thomas Lennertz sagte, dass das Eupener Kabelwerk ein potentieller Kandidat sei. Das Kabelwerk hat eine Option auf ein Grundstück dort. Die Option wurde Ende Dezember verlängert, aber eine definitive Entscheidung darüber, ob das Unternehmen da Aktivitäten ansiedeln will, ist laut Lennertz noch nicht gefallen.
Die erste Phase des Projekts soll etwas mehr als 2,2 Millionen Euro kosten. Der Großteil des Geldes kommt von der Wallonischen Region. Sie gibt knapp zwei Millionen Euro. Den Rest bezahlt die Stadt Eupen. Das sind an die 400.000 Euro.
Der komplette Ausbau der Zone vier wird über 15,7 Millionen Euro kosten. Das ist der Betrag, den die Wallonische Region vor ein paar Jahren für das Projekt veranschlagt hat. Inzwischen sind die Preise gestiegen, also wird es wahrscheinlich mehr.
Mittlerweile ist auch nicht mehr die Wallonische Region für den Ausbau zuständig, sondern die Deutschsprachige Gemeinschaft. Sie bekommt das Geld, das die Region damals veranschlagt hat, von der Region überwiesen. Potentielle Mehrkosten wird die DG aber selbst tragen - oder sie sich mit der betroffenen Gemeinde teilen müssen.
Eine Herausforderung für das Projekt ist die Kapazität des Stromnetzes. Aktuell sind am Umspannwerk, das den neuen Teil des Gewerbegebiets versorgen soll, noch Kapazitäten frei. Aber es gibt auch viele Anträge von Unternehmen, um weitere Kapazitäten abzurufen. Das bedeutet, dass Unternehmen, die sich dort ansiedeln wollen, vielleicht warten müssen, bevor sie ans Stromnetz angeschlossen werden.
Die SPI bestätigte, dass im Rahmen der ersten Ausbauphase auch das Stromnetz in der Gewerbezone verstärkt werden soll. Ob die Investitionen mit dem rasant steigenden Bedarf mithalten können, ist aber zurzeit noch unklar. Vor allem, weil das Problem an vielen Orten in Europa besteht und der Netzausbau teuer ist.
Der ProDG-Abgeordnete José Grommes hat Ministerpräsident Oliver Paasch zu einem Fall befragt, bei dem ein Unternehmen anscheinend wegen der großen Nachfrage auf seinen Anschluss warten musste. In seiner Antwort sagt der Ministerpräsident, dass er davon ausgehe, dass der Strombedarf in der DG sich "weiterhin exponentiell entwickeln wird" und dass er sich dafür einsetze, dass das Netz weiter ausgebaut werde - und Engpässe vermieden würden.
Die zweite große Herausforderung ist der Hochwasserschutz. Darüber hat es letzte Woche Diskussionen im Wallonischen Parlament gegeben. Eine Studie der Provinz Lüttich zeigt, dass die geplante Erweiterung das Hochwasserrisiko in Baelen und Limbourg erhöhen könnte.
Die SPI ist sich des Problems bewusst. Die neue Erweiterung liegt im Einzugsgebiet des Baelener Baches und die Studie der Provinz empfiehlt unter anderem, Versiegelungsprojekte im gesamten Einzugsgebiet zu begrenzen oder Ausgleich für versiegelte Flächen zu schaffen.
Es gibt schon Auflagen zum Hochwasserschutz in der Baugenehmigung. Die wurde aber lange, bevor die Studienergebnisse bekannt waren, erteilt. Die SPI will jetzt mit der Provinz die geplanten Maßnahmen gegebenenfalls anpassen und verstärken.
Anne Kelleter




Wenigstens ein einziges Mal etwas Fortschritt im Foederalem Koenigreich.
Weil es wird Wohnraum für, laut einigen Schätzungen, 3 Millionen bezahlbaren Wohnraum suchende Menschen und massenweise Arbeitsplätze im Foederalem Koenigreich gesucht.
Bestes Vorbild kann die DDR-Plattenbau-Architektur in diesem Notfall werden. Sicher nicht das gemütlichste, aber schnell und funktionell, frei von "EU-Prestige", übermäßigen Material- und Personalkosten!
@J-PD:
"Tolle Idee" ...
In irgendeinem Stasi-Archiv sollten die originalen Baupläne dieser "Einheitsbauten Ost" noch zu finden sein.
Dann könnten beim Bau evtl. die im Osten generell vorhandenen "geheimen" Hohlräume zwischen den Etagen berücksichtigt werden, um die staatliche Überwachungstechnik für alle Wohnungen zu installieren.
Das hat in dem Ostblock-Staat bis zum Zerfall nur niemand gewusst ...
Übrigens: Es geht um die Erweiterung einer Industriezone - und nicht um den Bau einer Trabantenstadt mit unzähligen Hochhäusern.