Obwohl die Fundbüros zuständig sind, werden noch viele Fundobjekte erst zur Polizei gebracht. Das ist aber keine schlechte Entscheidung. "Wir können nachschauen, ob es schon als verloren oder gestohlen gemeldet worden ist. Oder wenn man Anhaltspunkte auf den Eigentümer hat, können wir den kontaktieren", erklärt Eric Hellebrandt von der Polizeizone Weser-Göhl.
Die Polizei hilft also bei der Zuordnung, doch viele Fundstücke landen schlussendlich in den Fundbüros der Gemeinden - von Kelmis bis Burg-Reuland. Was geht am häufigsten verloren Der Dauerbrenner bleibt der Schlüsselbund, dicht gefolgt vom Smartphone. Im Eupener Fundbüro, das kurioserweise im Bauhof der Stadt untergebracht ist, lagern derzeit rund 100 Gegenstände.
Théo Bolle, Archivar und mit zuständig für das Fundbüro Eupen, weiß, was die Menschen am häufigsten verlieren: "Das häufigste was wir bekommen, sind Schlüsselbunde. Dann haben wir auch oft Fahrräder, die wir bekommen. Oftmals sind die nicht mehr in einem guten Zustand. Schmuck, wie Ohrringe, wird auch häufiger gefunden. Brillen oder auch Hörgeräte sind dabei. Wir haben auch immer einige Handys. Mittlerweile sind das Smartphones. Hin und wieder kommt auch ein Laptop. Ansonsten Brieftaschen, Taschen, Sportbeutel und Kleidungsstücke. Das ist, was man jedes Jahr in größeren oder kleineren Mengen bekommt."
Turnbeutel, Pässe und Fahrkarten - besonders junge Leute sind häufig betroffen. Während Stadtarbeiter regelmäßig Fundstücke vorbeibringen, haben die TEC und die Bahn mittlerweile eigene Fundstellen oder Online-Formulare eingerichtet.
Wenn niemand das Vermisste abholt
Was geschieht mit Dingen, die nie jemand zurückfordert? In Eupen gehen die meisten Fundstücke nach sechs Monaten in den Besitz der Stadt über. "Dann entscheidet das Gemeindekollegium, was mit den Objekten geschieht. Schlüssel entsorgen wir im Alteisen. Bei Autoschlüsseln warten wir etwas länger. Fahrräder, die in einem guten Zustand sind, werden einer wohltätigen Organisation gegeben", sagt Théo Bolle. Fahrräder, die länger unbeachtet bleiben, werden dabei schon nach drei Monaten weitergegeben - Platz ist schließlich begrenzt.
Finderlohn für die Ehrlichen
Und was passiert mit gefundenem Geld? In Eupen profitieren ehrliche Finder auch heute noch. "Da hat das Gemeindekollegium beschlossen, dass bei Geldbeträgen der Finder das Geld zurückbekommt, falls der rechtmäßige Besitzer nicht wiedergefunden wird. Unter 100 Euro bekommt der Finder alles nach sechs Monaten. Wenn es über 100 Euro sind, behält sich die Stadt 20 Prozent ein, die dann nach Beschluss des Kollegiums an einen wohltätigen Zweck gespendet werden", erklärt Bolle. Heißt also: Ab 100 Euro gibt’s für den Finder immerhin 80 Prozent.
Ernüchternde Rückgabequote
Eine kleine Überraschung steckt im letzten Jahresbericht der Stadt Eupen: Von 288 abgegebenen Objekten und 239 Verlustmeldungen konnten lediglich 18 Gegenstände an ihre Eigentümer zurückgegeben werden. "Es ist eine relativ schlechte Statistik, die es da gab. Es gab viele Fundsachen und viele Anfragen. Aber wenige Überschneidungen, wenige Objekte die zurück an den Finder gingen. Das ist leider so. Woran das liegt, weiß ich nicht", so Bolle.
Dabei könnte Nachfragen oft helfen - telefonisch oder per E-Mail. Auch über soziale Medien versucht die Stadt Eupen inzwischen, verlorene Dinge wieder mit ihren Besitzern zusammenzubringen.
Was weg ist, ist also nicht für immer verloren. Manchmal wartet das vermisste Lieblingsstück noch brav im Fundbüro - auf den Moment, in dem jemand wieder anklopft und fragt.
Manuel Zimmermann








