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Esperantisten wollen Vaalserberg umbenennen

21.01.202616:36
  • Kelmis
Drohnenaufnahme mit Blick auf den Vaalserberg
Blick auf den Vaalserberg (Bild: BRF)

Untrennbar verbunden mit Kelmis und dem ehemaligen Neutral-Moresnet ist die Plansprache Esperanto. Mithilfe einer Online-Petition wollen einige Esperantisten dem Sprachenerfinder Ludwik Zamenhof in der Region ein Denkmal setzen.

Die Plansprache Esperanto wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom polnischen Linguisten Ludwik Zamenhof erfunden. Sein Ziel war es, eine Sprache zu schaffen, in der sich alle Völker der Welt verständigen könnten. Nach Neutral-Moresnet schaffte Esperanto es unter anderem durch den Betriebsarzt der Bergbaugesellschaft Vieille Montagne, Dr. Wilhelm Molly.

"Dr. Molly war Esperantist und hat sich dafür eingesetzt, dass Neutral-Moresnet zu einem eigenen neutralen Staat wird", erklärt Jan Sabri Cetinkaya, Leiter des Museums Vieille Montagne in Kelmis. "Ein eigener Staat braucht natürlich auch eine Nationalsprache und da kam dann die Idee auf, dass Neutral-Moresnet nicht nur ein neutraler Staat, sondern auch der erste Esperanto-Staat werden sollte."

Durchgesetzt hat sich der Plan bekannterweise nicht. Das hatte unter anderem damit zu tun, dass sowohl Belgien als auch Deutschland Gebietsansprüche auf Neutral-Moresnet stellten und die Kontrolle nicht aufgeben wollten. Esperantisten gibt es aber auch heute noch. Erst vor einigen Monaten besuchten rund 100 von ihnen das Museum Vieille Montagne, um mehr über Neutral-Moresnet zu lernen.

Einige Esperantisten gehen sogar noch einen Schritt weiter, um das Erbe von Ludwik Zamenhof aufrechterhalten. Mithilfe einer Online-Petition soll der Vaalserberg am Dreiländereck zum "Monto Zamenhof" umbenannt werden. Nach einigen Monaten sind bislang 480 Unterschriften zusammengekommen. Die Erfolgschancen stehen schlecht.

"Das ist ein sehr idealistisches und charmantes Vorhaben", sagt Cetinkaya. "Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass der Vaalserberg der höchste Punkt der Niederlande ist und für unsere Nachbarn eine sehr große Bedeutung hat. Ich denke nicht, dass diese Petition erfolgreich sein wird, wünsche den Startern der Petition aber trotzdem viel Erfolg. Ich finde es gut, dass die Erinnerung an den Gedanken der Völkerverständigung, der ja hinter dem Esperanto steht, auch heute noch Anhängerinnen und Anhänger hat."

Für die Esperantisten gilt wohl: die Hoffnung stirbt zuletzt - oder wie man auf Esperanto sagen würde: espero mortas laste.

In einer Ecke des Museums, die sich thematisch um das Esperanto dreht, stehen Schaukästen, eine Informationstafel hängt an der Wand, außerdem ein Werbeplakat von früher und eine Pappfigur des Esperanto-Gründers
Ein Teil des Museums Vieille Montagne widmet sich der Geschichte des Esperanto (Bild: Lindsay Ahn/BRF)
In einem Schaukasten des Museums wird unter anderem ein Porträt des Esperanto-Begründers Ludwik Zamenhof gezeigt
Porträt des Esperanto-Begründers Ludwik Zamenhof, ausgestellt im Museum Vieille Montagne (Bild: Lindsay Ahn/BRF)

Lindsay Ahn

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