Vor dem Eupener Strafgericht drohen einem 75-Jährigen sowie seinem Sohn und seiner Schwiegertochter jeweils 18 Monate Haft und 4.000 Euro Geldstrafe. Wie das GrenzEcho berichtet wird ihnen vorgeworfen, einen heute 90-jährigen Mann aus Kelmis über einen Zeitraum von fünf Jahren um rund 900.000 Euro betrogen zu haben.
Laut Staatsanwaltschaft sollen sich die Angeklagten das Vertrauen des körperlich und geistig beeinträchtigten Seniors erschlichen und ihn finanziell ausgebeutet haben. Mutmaßlicher Täter und Opfer kannten sich aus früheren Zeiten im Aachener Rotlichtmilieu.
Über Immobiliengeschäfte und die Vermittlung einer Haushaltshilfe soll der Kontakt intensiviert worden sein. In der Folge seien dem Opfer unter anderem Immobilienanteile, zinslose Darlehen sowie hohe Geldbeträge entzogen worden.
Die Verteidigung spricht von einvernehmlichen Geschäften und bestreitet eine Manipulation des Seniors. Die Staatsanwaltschaft sieht ihren Verdacht hingegen durch Zeugenaussagen und ausgewertete Handydaten bestätigt.
ge/re