Der Eintritt des St.-Nikolaus-Hospitals in die CHC-Gruppe sei eine wichtige Absicherung für die Zukunft des Krankenhauses, sagt Sophie Piedboeuf, Generaldirektorin des Eupener Krankenhauses.
"Einfach ausgedrückt: Das Krankenhaus in Eupen wird gestärkt, weil es einen hochqualifizierten Partner hat, der bekanntermaßen eine bedeutende Rolle in der Wallonischen Region und der Französischen Gemeinschaft spielt", so Piedboeuf. "Daher bin ich überzeugt, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft, die Wallonische Region und die Französische Gemeinschaft mit einer Stimme sprechen können. Das ist unser erklärtes Ziel für alle anstehenden Reformen."
Auch der Verwaltungsrat des Krankenhauses blickt mit einer gewissen Anspannung auf die Reformen - und auf den wachsenden Druck im Gesundheitswesen. "Für uns ist es quasi das tägliche Geschäft, dass wir mit immer mehr Druck rechnen müssen und dass die Normen immer mehr angepasst werden", sagt Verwaltungsratspräsidentin Claudia Niessen.
"Dass Dinge für das Haus nicht mehr möglich sind, weil wir diese Normen an Eingriffen nicht erreichen, aufgrund unserer Größe. Auch finanziell steigt der Druck und für uns war es auch ein wichtiger Schritt, nach so einer langen Zeit der losen Partnerschaft jetzt quasi einen Ehevertrag in den nächsten Monaten auszuarbeiten, um daraus dann auch mehr zu machen, als nur eine lose Partnerschaft."
Wie genau dieser "Ehevertrag" aussehen wird, ist derzeit noch offen. Fest steht jedoch, dass die Zusammenarbeit zwischen dem St.-Nikolaus-Hospital und den anderen Kliniken der CHC-Gruppe künftig noch enger werden soll. Ziel ist es unter anderem, Entscheidungen zu vereinfachen und administrative Wege zu verkürzen - auch zum Vorteil der Patienten.
Ob und in welchem Ausmaß sich das Angebot im Eupener Krankenhaus durch den Beitritt verändern könnte - etwa ob einzelne Stationen oder Angebote an andere Standorte der Gruppe verlagert werden - ist derzeit noch unklar. "Solche Entscheidungen stehen derzeit absolut nicht auf der Tagesordnung. Wir haben uns ein Jahr Zeit gegeben, um gemeinsam zu überlegen, wie wir die Zusammenarbeit in der Gruppe gestalten werden", so Generaldirektorin Piedboeuf.

"Unser Ziel ist es, den Betrieb in Eupen aufrechtzuerhalten und unseren Patienten weiterhin eine qualitativ hochwertige Versorgung zu bieten. Dies gelingt uns im größeren Rahmen der CHC-Gesundheitsgruppe noch besser." Offen ist auch weiterhin, ob die derzeit geschlossene Geburtenstation in Eupen innerhalb der CHC-Gruppe wiedereröffnet wird oder dauerhaft geschlossen bleibt.
Im Hinblick auf die Deutschsprachige Gemeinschaft - verantwortlich für die Infrastruktur der ostbelgischen Krankenhäuser - rechnet Claudia Niessen nicht mit großen Veränderungen. Ganz im Gegenteil. Die DG bleibe auch in Zukunft ein wichtiger Partner für das Krankenhaus. "Es ist nicht die Frage, dass Dinge in die Wallonie transferiert werden, sondern dass wir viel, viel stärker miteinander zusammenarbeiten", so die Verwaltungsratspräsidentin.
"Wir sind überzeugt, dass es aufgrund des Drucks und der Änderungen, die im Föderalstaat kommen, auch nur gemeinsam möglich ist. Uns geht es darum, die Grundversorgung der Menschen im Norden der DG zu sichern. Was man aber auch nicht vergessen darf, ist, dass wir 50 Prozent frankophoner Patienten haben - unser Standort ist also schon ein Standort auf beiden Gemeinschaften und die logische Konsequenz ist dann auch, dass wir das administrativ formalisieren."
Lindsay Ahn