Auf die Bretter, fertig, los! Zumindest in Losheimergraben. Am Wintersportzentrum am Hotel Schröder war der Andrang am Freitagvormittag noch überschaubar.
Ein Paar aus Deutschland kommt aus dem Skiverleih von Albrecht Schraepen - die Langlaufbretter unter dem Arm. "Eigentlich wollte ich heute angeln gehen, aber dann kam der Schnee", sagt der Wintersportler aus Euskirchen. Dass seine Wahl auf Losheimergraben fiel, kam so: "Ich habe einfach gegoogelt heute: Langlauf hier in der Umgebung", erzählt er. Und die Suchmaschine spuckte das ostbelgische Wintersportzentrum aus.
Die Entscheidung, die Pisten in Losheimergraben zu öffnen, fiel kurzfristig - nachdem am Freitag die notwendigen Erkundigungen eingeholt waren, erklärt Susanne Fickers, Chefin des Hotels Schröder. "Die Schneehöhe ist auf jeden Fall maßgebend. Und wir müssen dann auch schauen, dass überall auf der Strecke Schnee ist. Mein Mann ist heute Morgen losgefahren, hat geschaut, ob in Losheim genug ist und auf dem Ravel." Das war der Fall, also gab es grünes Licht.
Unverhofft zusätzliche Kundschaft
Dem Hotel in Losheimergraben bescheren die Schneeverhältnisse zu Beginn des neuen Jahres ein wenig unverhofft zusätzliche Kundschaft - und zwar nicht nur Langläufer. "Silvester waren wir ausgebucht", so Fickers. Ab Neujahr hätte es dann ruhiger werden sollen, aber der Schnee ändert das.
Nicht nur Skifahrer zieht der Winter an, sondern auch Wanderer. "Man kann nie eine Garantie geben, wann der Schnee fällt, aber wir haben den Vorteil, dass wir auf 675 Meter Höhe sind. Das ist ein Familienbetrieb hier, jeder packt mit an, wenn es nötig ist. Deshalb können wir jetzt auch so schnell starten", sagt die Hotelchefin.
Auch Albrecht Schraepen fackelte nicht lange und öffnete seinen Skiverleih, der unmittelbar hinter dem Hotel liegt. Ausrüstungen für rund 700 Langläufer hält er bereit. "Der Schnee ist gut. Zehn bis 15 Zentimeter - das ist genug. Wenn das Wochenende so bleibt - und normal bleibt es so - kommen viele Leute", meint er.
Gäste aus Flandern, Brüssel und Deutschland
Aus Flandern, aus Brüssel und aus Deutschland zieht es viele Gäste nach Losheimergraben. Aber der Wintersport in Ostbelgien ist und bleibt eine unsichere Sache. Als er 1994 mit dem Skiverleih begann, konnte man mit drei bis vier Wintersportwochenenden pro Jahr rechnen, sagt Schraepen. Mittlerweile seien es höchstens zwei.
Aber vielleicht gibt es ja ab Montag die Verlängerung in Losheimergraben. Albrecht Schraepen und Susanne Fickers wären bereit - wenn denn die Schneeverhältnisse mitspielen.
"Also am besten ist es, sich schonmal vorher den Schneelagebericht von Ostbelgien anzuschauen. Da sieht man alle Loipen, die geöffnet sind", empfiehlt Fickers Wintersportlern, die nach Losheimergraben kommen wollen.
Moritz Korff


