Für Gaby Neuens beginnt der Tag mit einer wichtigen Lieferung. Die Eier sind da. Oliver Grommes vom Bio-Hof Schneifel bringt die frische Ladung vorbei und die ganze Ladung muss jetzt direkt verarbeitet werden.
In der Nudelküche produziert Gaby damit nämlich Nudeln, die Oliver dringend für seinen Hofladen und den Büllinger Weihnachtsmarkt braucht. Der Hof Schneifel ist einer von vielen Hühnerbesitzern, die bei Gaby aus ihren Eiern Nudeln produzieren lassen. Daneben produziert Gaby noch Nudeln für ihre eigene Marke, zu tun gibt es also mehr als genug.
Eine solche Entwicklung hätte sie sich vor 26 Jahren, als sie mit der Nudelproduktion gestartet ist, nicht erträumt. Damals sah die Welt nämlich noch etwas anders aus. "Es war schwierig am Anfang. Die Produkte waren hochpreisiger. Die Leute kannten nur Hartweizen-Nudeln mit Wasser, kannten erstens schon mal nicht den Geschmack, waren ein bisschen erschrocken vom Preis natürlich, weil wir immer mit sehr hochwertigen Rohstoffen gearbeitet haben und immer noch arbeiten. Und dann haben die mir nach und nach eine Chance gegeben. So ist es dann immer weiter gewachsen."
Während die Produktion also immer weiter wächst, nimmt auch der Verbrauch an Rohstoffen zu. So müssen jetzt auch mehr und mehr Eier aufgeschlagen werden – per Hand natürlich und das geht in Windeseile und mit Blick auf das Lager von Gabys Nudelküche. Hier lagern die unterschiedlichsten Nudelsorten. Mit Standardformen, aber auch mit Formen, die dem normalen belgischen Nudelesser weniger bekannt sind.
Daneben gibt es dann mittlerweile auch noch ganz spezielle Geschmäcker. Gabys klarer Favorit: "Kerbel-Nudeln. Die haben wir mit Kerbel von Nadja vom 'Gartenglück am Ravel' in Born gemacht und mit Bio-Eiern vom Schoppener Bio-Gut. Es ist wirklich so eine 'Ameler Frauennudel'. Das ist ein Herzensprojekt und das gefällt mir und schmeckt mir auch sehr gut.“
Kerbel, Steinpilz, Curry, oder Chilinudeln gibt es bereits. Aber wie bringt man denn eine neue Nudelsorte ins Sortiment? "Man muss tatsächlich ausprobieren. Man probiert es mit 25 Kilo, dann haben wir verschiedene Leute, die für uns testen. Es ist uns sehr wichtig, dass die Leute auch ehrlich sind. Also es nützt mir ja nichts, dass alle sagen: toll - und es schmeckt nicht."
Direkt neben dem Lager läuft die Nudelproduktion auf Hochtouren. Auch die Mischung für Oliver landet jetzt in der Maschine. Etage für Etage werden die frischen Nudeln gestapelt, bevor es zum Trocknen in den Ofen geht.
Gaby ist zeitgleich mit einem anderen langjährigen Kunden beschäftigt. Philipp und Luca Lesuisse aus Rochefort kommen fertige Nudeln holen. Für sie hatte die Produktion in Deidenberg vor sechs Jahren angefangen, als sie eine Überproduktion an Eiern in ihrem mobilen Stall hatten. Seitdem bringen sie regelmäßig Eier und nehmen die fertigen Nudeln für den Verkauf mit.
Gaby hilft tatkräftig mit beim Einladen. Sie wirkt glücklich mit ihrer Jobwahl. "Also es macht nach wie vor ganz viel Spaß, weil wir sehr klein sind. Wir haben einen sehr engen Kontakt zu den Kunden, zu den Lieferanten. Das einzige, was mich nervt, sind diese ganzen administrativen Auflagen, die wir immer mehr bekommen. Aber die Arbeit an sich, die macht megaviel Spaß. Ich glaube, ich mache das keine 26 Jahre mehr, weil ich dann uralt bin, aber ein paar Jahre mache ich das auf jeden Fall noch sehr gerne."
Noch geht es aber Tag für Tag ab in die Nudelküche. Zu tun gibt es genug, gerade in der Vorweihnachtszeit. Und so werden die ersten Nudeltüten fertig – für Oliver und den Büllinger Weihnachtsmarkt.
Robin Emonts






"Ciao bella!"
Ein echtes Stück Bella-Italia im Foederalem Koenigreich.
Ich bin froh, dass zumindest Mal internationale Küche am Start bleibt hier.
Einfach auch, weil Italien nun wirklich landschaftlich, menschlich und kulturell massiv etwas positives zu bieten hat fürs Foederale Koenigreich.
Richtig freuen würde ich mich, wenn in jedem Dorf ne Trikolore der Republica-Italia wehen würde als Zeichen des besseren Europa.
Doch nun gut, "Pizza quattro-fromaggi pronto é grazie a voi"!