Christian Goffin, Grünlandberater von Agra Ost, welche Vorteile bringt der trockene Frühling für die Landwirte mit sich?
Im letzten Jahr hatten wir einen sehr feuchten Herbst. Bei den letzten Grasernten wurden vielerorts die Böden geschädigt. Viele Traktoren haben sich festgefahren. Momentan ist es möglich, auf die betroffenen Felder zu fahren, weil sie trocken sind. Die geschädigten Stellen können momentan gefräst oder geschliffen werden. Darüber hinaus könnten durch die Trockenheit weniger Mücken herumschwirren. Sie übertragen die Blauzungenkrankheit, die aktuell sehr viele Landwirte belastet.
Es gibt also ein paar Vorteile. Wie sieht es mit den Nachteilen aus?
Ein großes Problem ist die Düngung. Bis jetzt hatten die Landwirte noch kein ideales Wetter dafür. Am besten wird Gülle gefahren, wenn es bedeckt oder Regen angesagt ist. Die Landwirte müssen aber düngen - und das aktuell mit Verlust. Das bedeutet, dass bei den zukünftigen Erträgen mit Verlusten zu rechnen ist. Wir können aktuell noch nicht abschätzen, wie der erste Schnitt sein wird. Im letzten Jahr konnten die Landwirte bereits Mitte Mai den ersten Schnitt einfahren.
Auch der Wind macht den Landwirten zu schaffen, oder?
Aktuell kommt wirklich alles zusammen. Der aktuelle starke Wind trocknet die Felder zusätzlich aus. So auch der wiederkehrende Nachtfrost.
Ist die aktuelle Wettersituation besorgniserregend?
Das würde ist nicht sagen. Noch ist die Situation nicht kritisch. Klar ist aber, dass es nun ziemlich zügig regnen muss. Wenn es trocken bleibt, dann drohen Ernteausfälle, es kann kein Futter produziert werden und das Vieh kann nicht weiden.
Welche Möglichkeiten haben die Landwirte, wenn es in den kommenden Wochen tatsächlich kaum regnen wird?
Es gibt kaum Möglichkeiten. Wir können nur hoffen, dass es bald wieder regnet. Gut ist, dass die Landwirte im letzten Jahr sehr viel Futter produzieren konnten. Sie haben also noch Reserven. Unterm Strich wird es aber Zeit, dass es regnet.
Dogan Malicki