"Politik“ - ein großes Wort, das vielen Angst macht. Dabei findet Politik nicht nur im akademischen Rahmen statt. Politik findet auf ganz unterschiedlichen Ebenen in unterschiedlichen Bereichen statt. Genau deshalb fokussiert sich das Institut für Demokratiepädagogik (IDP), wenn es um das Thema politische Bildung geht, auf den Gesellschaftsaspekt, wie Sabrina Kirschner erklärt.
"'Gesellschaft' ist so ein Wort, damit können viele etwas anfangen. Da kann man niedrigschwellig sehen, wie man im Kleinen und Großen mitbestimmen kann. In Belgien gibt es viele Vereine und da wird auch Politik im Kleinen gemacht. Dann verliert man auch die Angst vor dem großen Wort 'Politik'. Bei uns geht es mehr darum, Gesellschaft zu verstehen und mitzugestalten."
Verschiedene Veranstaltungen im Angebot
Drei Monate lang - von April bis Ende Juni - finden Veranstaltungen zu genau diesen Themen statt. Das sind Vorträge, Workshops, aber auch Wanderungen oder Theateraufführungen.
"Man kann morgens beim fairen Frühstück starten, dann nachmittags einen Workshop über soziale Medien besuchen oder bei einer Wanderung etwas über die Geschichte lernen. Abends kann man dann auch ins Theater gehen und sehen, wie Gesellschaft im Theater dargestellt wird. Wir haben sehr vieles dabei - von klassischen Gedenkveranstaltungen, über Veranstaltungen, bei denen man selbst ausprobieren kann", schlägt Sabrina Kirschner zum Beispiel vor.
Kritisches Hinterfragen fördern
Schirmherr der Aktionstage ist der Minister für politische Bildung, Gregor Freches. Ihm ist es wichtig, in Zeiten von sozialen Medien ein kritisches Hinterfragen zu fördern und das Bilden der eigenen Meinung zu stärken. Politische Bildung stärke genau diese Kompetenzen. Außerdem solle jeder die Möglichkeit haben, aktiv mitzugestalten, sagt er.
"Das ist eine ganz große Aufgabe, die politische Bildung in der Gesellschaft neu zu verankern. Auf der einen Seite haben wir die großen politischen Entscheidungen, aber es gibt auch die kommunalen Entscheidungen. Wenn ich am Frühstückstisch morgens darüber spreche, welchen Bus ich nehme, dann interessiere ich mich im Grunde schon für das politische Geschehen, denn dieser Bus wird irgendwie organisiert. Wir leben und arbeiten in Strukturen, die irgendwann einmal durch die Politik geschaffen worden sind. Aber wieso beteilige ich mich nicht an der Ausarbeitung dieser Strukturen? Diese Frage kann sich jeder stellen - ob jung oder alt."
Jung und alt - gutes Stichwort. Denn politische Bildung ist nicht nur etwas für junge Leute. Das Angebot der Aktionstage richtet sich an alle Generationen. Denn es soll auch darum gehen, von einander zu lernen. Eine Übersicht über die geplanten Veranstaltungen gibt es auf der Webseite des IDP.
Lena Orban
Fragt sich nur, was wie kritisiert werden soll oder darf. Sonst kann es passieren, dass man abgestempelt wird als Verschwörungstheoretiker oder Putin-Versteher...